11. Tag: Antelope Canyon / Lone Rock Beach

21.10.14 Frühstück gab es heute wieder auf dem Zimmer. Seit ein paar Jahren muss man sich beim Backwarenangebot der lokalen Supermärkte sogar als Deutscher nicht mehr beschweren. Es gibt Brötchen, Baguette, Croissants, so muss man gar nichts mehr vermissen. Ich konnte mich nicht entscheiden ob wir den Lower oder den Upper Antelope Canyon besuchen sollten. Von Reiseberichten wusste ich, dass man im Lower einen Photopass kaufen konnte, und so auf eigene Faust in den Canyon durfte. Ich fragte die Mitarbeiterin auf dem Gelände. Diese Touren auf eigene Faust werden nicht mehr angeboten. Es gibt allerdings eine geführte Phototour zweimal täglich. Nur auf diesen ist es auch erlaubt ein Stativ mitzunehmen, bzw. es ist sogar Pflicht ein Stativ zu haben. Das war auch das Problem warum ich diese Phototour nicht buchen konnte, da Anett kein Stativ oder eine „große Kamera“ hatte. Selbst mein Angebot, obwohl Anett nicht fotografierte, für sie den gleichen Preis zu bezahlen, lehnten die Navajos ab. Die Tour war nicht voll, muss man also nicht verstehen. Da der Upper Antelope Canyon auf den Bildern die ich bisher gesehen habe, sowieso interessanter aussah, entschied ich mich aufgrund der ebenso strengen Regelung im Lower, für den Upper. Wenn man auf den Parkplatz fährt, steht dort ein kleines Häuschen mit Stoppschild. Ich hielt an, blickte in das Häuschen. Dort saß ein Navajo der mit seinem Smartphone spielte und keine Anstalten machte sich zu bewegen. Ich nahm an, dass man vorne bei den Tour-Häuschen bezahlen sollte und fuhr weiter. Ich hörte einen Pfiff und Schreien hinter mir. Rückwärtsgang rein, der Navajo hatte sein Smartphone wohl weggelegt. Er war recht pampig, und machte mich auf das Stoppschild aufmerksam. Ich war in diesem Augenblick schon gereizt und antwortete ebenso patzig zurück, dass er meiner Meinung nach zu beschäftigt ausgesehen hätte und ich ihn nicht stören wollte. Er erklärte mir nun wie es hier lief: „Um überhaupt auf den Parkplatz zu dürfen 10 Dollar pro Person! Die Tour 40 Dollar pro Person! Teuer!“ Wieso erzählt er mir das, dass es teuer ist? Ich fand es ziemlich überheblich. Es bleibt einem auch nichts anderes übrig als dann zu zahlen. Erst die 10 Dollar bei dem Mann und dann die Tourgebühr nochmal weiter unten bei der Navajo Dame. Die ließ mich auch ziemlich gerade aus wissen, dass man Stativ im Auto zu bleiben hat und Anett ohne Stativ nicht auf die Phototour mit darf. Wieso ich denn überhaupt ein Stativ brauchen würde? Ich müsste ja keine Timelapse machen und könnte mich ja sowieso an die Wand lehnen. Hat die eine Ahnung, da drin ist es so dunkel, dass man ohne hohe ISO ohne Stativ so gut wie nichts scharf kriegt. Die Tour startete und ich hatte keine Lust mehr auf längere Diskussionen. Professionell wurden die Leute auf acht Pickupladeflächen verteilt. Die kurze Fahrt durch den Tiefsand war ganz amüsant. Mit uns in der Gruppe war ein junges deutsches Pärchen, die sehr nett waren. Wir lästerten ein bisschen über die „Freundlichkeit“ der Betreiber der Tour. Am Eingang des Slot Canyons wurden die Gruppen in Intervallen rein gelassen. Wir waren zum Glück die letzte Gruppe, somit hatten wir vorerst niemanden hinter uns und man konnte ein bisschen Trödeln. Bevor es los ging erzählte uns der Navajo ein paar Legenden über den Canyon. Als zum Beispiel die „Blue Soldier“ kamen, um die Navajo umzusiedeln, versteckten sich viele hier lebende Navajo im Canyon. Der Legende nach sprach der Medizinmann einen Bann aus, so dass für die Blue Soldier der Canyon unbegehbar wurde. Die Navajo waren gerettet. 50 % Wahrheit könnte durchaus in der Geschichte vorhanden sein, denn der Canyon bietet definitiv gute Bedingungen, um sich in den Verwinkelungen mehrere Tage zu verstecken. Ich muss zugeben, dass unser Guide eigentlich sehr nett war. Er zeigte uns geduldig die ganzen Formationen und Fotomotive und erklärte uns ein paar Dinge über seinen Stamm. Die Tour durch den circa 400 Meter langen Canyon verging wie im Flug und war trotz der Massenabfertigung wunderschön. Auf der anderen Seite angekommen ging es im Eilschritt zurück zu den Pickups, die nächsten Touren haben ja bereits schon wieder begonnen. Der Nachmittag war noch jung, darum überlegten wir, was wir noch machen sollten. Nautilus? Toadstool Hoodos? Nein, irgendwann hatten wir jetzt genug von so viel Steinen. Wir fuhren über den Glen Canyon Dam und bogen etwas nördlich Richtung Lone Rock Beach ab .Dort waren nur ein paar Wohnmobile, so konnten wir im Sand etwas weiter nach hinten fahren und hatten einen kompletten Abschnitt für uns alleine. Wir packten unsere Stühle aus und legten einen Strand Nachmittag ein. Anett testete sogar komplett die Wassertemperatur, ich ging nur mit den Füßen in den Lake Powell. Ich wollte mir in der Marina einen Jetski ausleihen, aber Anett hatte keine Lust. Beim nächsten Mal dann vielleicht.  Bei der Rückfahrt bergauf durch den tiefen Sand konnte der Explorer nochmal zeigen was er drauf hatte. Kurz vor Sonnenuntergang fuhren wir noch Richtung Waheap Marina zum View Point und betrachteten die tolle Färbung der Landschaft. Da leider schon das letzte Drittel unseres Urlaubs erreicht war, wollten wir wieder ein Stück näher nach Westen kommen, somit legten wir noch eine Fahrt nach Tusayan am Grand Canyon ein. Vor lauter Entspannung hatten wir wohl das Tanken vergessen, denn mitten auf der 89T meldete sich die Tankanzeige. Gut, wir mussten also in dieser Wüste innerhalb 40 Meilen eine Tankstelle finden. Der nächste größere Ort wäre Tuba City, diesen sollten wir noch mit dem letzten Tröpfchen erreichen. Wir mussten allerdings nicht lange bangen, denn an der Kreuzung von der 89T auf die 89 gab es eine kleine Tankstelle. Es waren dann gute 1,5 Stunden Fahrt noch nach Tusayan. Der Ort besteht irgendwie nur aus Hotels, kein Wunder, ist es der nächst gelegenste zum Grand Canyon. Wir hatten ein Zimmer im Best Western, was wohl das größte Best Western war, das ich in meinem Leben gesehen hab. Dies beeinflusste nicht die Sauberkeit oder den Komfort, welches beides sehr gut war. Abendessen gab es aufgrund von reduzierter Auswahlmöglichkeit bei McDonalds. Dieser war dann wiederum der teuerste McDonalds den ich in den Staaten besucht habe. Wenn ein Burger schon teurer als in Deutschland ist, dann ist das für die USA schon Wucher. Und schon war der Tag schon wieder zu Ende, morgen wollten wir den letzten Sonnenaufgang unseres Urlaubes sehen, am Grand Canyon.
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Tag 11: Antelope Canyon / Lone Rock Beach
Übernachtung
Best Western Premier Grand Canyon Squire Inn 100 Arizona 64 Grand Canyon Village, AZ 86023 www.bestwestern.com Roommade Breakfast McDonald's US HWY 180 Arizona 64 Grand Canyon Village, AZ 86023 http://www.mcdonalds.com/us/en/home.html Deluxe 2,5 von 5 Sterne
gefahrene Meilen: ca. 136
Essen
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