6. Tag: Canyonlands NP / Arches NP

16.10.14 Wie auch schon am Tag zuvor haben wir etwas länger geschlafen, somit kamen wir auch zur Hochsaison in den Frühstücksraum. Dieser war komplett gefüllt mit Asiaten und Deutschen. Leider waren für ein Hotel mit so vielen Zimmern nur vier Tische vorhanden. Somit stapelten wir alles was wir am Buffet erhaschen konnten, inklusive Waffeln, auf unsere Teller und gingen wieder auf unser Zimmer. Unser Kaffee war sowieso definitiv besser als der vom Buffet. Nach dem Frühstück schlich sich wohl das Faultier herein, denn so richtig in Schwung kamen wir nicht. Erst zur Mittagszeit verließen wir das Hotel. Nun waren wir am Überlegen was wir machen sollten. Bei der Mittagssonne hatte ich nicht so richtige Lust in den Arches Nationalpark zu fahren, daher ließen wir die Einfahrt hinter uns und tuckerten weiter bis zur Abzweigung zum Canyonlands Nationalpark. Beim Eingang fragte ich die Rangerin beiläufig ob denn der Shafer Trail und die Potash Road befahrbar wären. Ja, waren sie, gut zu wissen. Am Trailhead zum Mesa Arch hielten wir an und folgten dem kurzen Weg zum wohl beeindrucktesten Punkt, den ich bei meinen ganzen USA Reisen je gesehen habe. Der Blick durch den Mesa Arch in die gewaltigen Tiefen der Canyonlands ließ meinen Atem stocken. Ja, hier wollte ich die Sonne aufgehen sehen, und zwar von Anfang bis Ende. Ich guckte auf die Uhr, eine Stunde hatten wir vom Hotel bis zum Arch gebraucht. Es war schon mal klar, dass um 6 Uhr am nächsten Tag Abfahrt zum Mesa Arch ist. Ehrfürchtig blickte ich weiterhin in die Tiefe, und ja, ich wollte da jetzt unbedingt runter fahren. Am Shafer Trail Viewpoint begutachteten wir noch gespannt die Strecke, die wir in wenigen Minuten nach unten fahren werden. Die Autos die darauf unterwegs waren sahen von oben winzig klein aus. Jetzt mal ran an den Speck. Wir bogen rechts ab und nun gab es kein Zurück mehr. Ein bisschen aufgeregt war ich ja schon, aber als wir gemütlich Serpentine für Serpentine nach unten rollten, legte sich das schnell wieder. Entgegen kommende Fahrzeuge machten keine Probleme, die Strecke ist übersichtlich und breit genug. Ungefähr auf der Mitte hielten wir an einer Ausbuchtung und blickten in die Ferne. Unbeschreiblich. Nach den 5 Meilen bergab machten wir eine kleine Pause und futterten die von Anett liebevoll im Hotel gemachten Sandwiches mit Kartoffelchips als Beilage. Wir entschieden uns die Potash Road weiter zu fahren und den Musselman Arch an der White Rim Rd. in Ruhe zu lassen. Die Potash Road war etwas rumpelig und der Weg an einigen Senken nicht ganz zu erkennen, aber der Explorer bahnte sich seinen Weg. An einer Stufe mussten wir etwas überlegen, wie wir diese am besten bewältigen, umfuhren sie mit einer Kurve über den „Grünstreifen“ aber galant. Als der Colorado dann zu unserer rechten auftauchte war das Wild West Feeling perfekt. So friedlich wie er dahin floss, so friedlich war auch unser Gemüt. Kurz gesagt, wir waren tiefenentspannt. Gegen 17 Uhr erreichten wir wieder die Hauptstraße. Auf unserer linken liegt der Trailhead zum Corona Arch, der sich außerhalb des Nationalparks befindet. Da wir keine Ropeswings (Video) vor hatten entschieden wir uns dagegen und für einen Besuch des Delicate Arches. Daher fuhren weiter zum Arches Nationalpark. Jetzt oder nie war die Devise, daher schlugen wir gleich wieder den Weg zur Wolfe Ranch ein. Dort gab es überhaupt keinen Parkplatz, so mussten wir einen Kilometer die Straße runter parken. Der Weg zum Delicate Arch ist 2,5 Kilometer lang, infolgedessen insgesamt 5 Kilometer, inklusive zurück zum Auto. Mir gruselte es bei dem Gedanken an den steilen Slickrock, aber mein Freund Thilo schrieb mir gestern, wenn man die Steigung geschafft hat, ist dann alles halb so schlimm. Meinen Rucksack nahm ich nicht mit, Anett erlaubte mir, meine Kamera in ihren Rucksack zu legen. Die ersten Meter kannten wir ja schon, die Slickrockplatte war schnell erreicht. Anett machte der Weg gar nichts aus, ich keuchte dann doch ab der Mitte. Mit ein paar Pausen war die Steigung aber definitiv zu meistern. Oben ging es dann moderat ohne größere Anstiege weiter. Als wir die letzten paar Meter um die Kurve gingen stand uns der berühmte Delicate Arch gegenüber. Wahnsinn! So ein großes Teil hätte ich nicht erwartet, obwohl ich zu Hause auch Fotos mit Menschen drauf gesehen hatte. Einfach wow! Doppel-Wow! Die Idee den Sonnenuntergang am zwanzig Meter hohen Delicate Arch zu erleben hatten mit uns ungefähr noch 200 andere Menschen. Da oben war fast schon Stadion-Feeling. Als die Sonne sich Richtung Horizont bewegte, wurde jeder, der auch nur den Versuch machte sich noch unter, oder neben den Arch zu stellen, von 200 Menschen ausgebuht. Dann begann das Szenario, der Arch glühte gerade zu in der untergehenden Sonne. Als die Sonne hinter dem Horizont verschwand, bildeten sich tolle lila bis rosa gefärbte Wolken vor den La Sal Mountains. Vom ganzen Fotografieren vergaß ich, dass ich ziemlich außen an einem steileren Flecken saß. Unter mir der Abhang zum Kessel. Als ich nach unten blickte, packte mich die blanke Panik. Ich konnte mich nicht bewegen, geschweige denn Aufstehen. Das Alles wäre ja durch den Slickrock mit Supergrip kein Problem gewesen, aber die Psyche spielte mir einen Streich. So krabbelte ich mit Anetts Hilfe auf allen Vieren etwas ungeschickt ein paar Meter zurück, bis es wieder flacher wurde. Wie peinlich, hoffentlich haben das nur 100 von 200 Menschen gesehen. Wir begaben uns auf den Weg zurück. Im Westen war der Himmel noch von gelb, über orange und pink, bis lila gefärbt. Es ist immer wieder faszinierend, was die Natur alles für Farben zaubern kann. Der Rückweg war kein Problem, es ging ja fast nur noch bergab. Am Ende der Slickrockplatte schaltete ich meine Stirnlampe ein, aber Anett hat mir verboten sie aufzusetzen, sondern nur erlaubt sie in der Hand tragen  Als es dann stockfinster war, hab ich es dann trotzdem gemacht. Am Auto angekommen, ließen wir uns erst mal in die Sitze fallen, was für ein Tag! Auf dem Weg zurück nach Moab hielten wir noch kurz am Balanced Rock um Sterne zu fotografieren, aber leider sahen wir keine. Hunger! Auf Restaurant hatten wir allerdings keine Lust. Wir fuhren also wieder in den Supermarkt und besorgten uns leckeres Baguette und Roast Beef vom Deli. Dazu noch Ceasar Salat. Das Buffet wurde dann im Hotelzimmer eröffnet. Jetzt aber schnell ins Bett, denn es gibt nächsten Tag einen Sonnenaufgang der auf uns wartet.
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Tag 6: Canyonlands NP / Arches NP
Übernachtung
Sleep Inn 1051 S Main St Moab, UT 84532 www.sleepinn.com “Preis Leistung für Moab vollkommen okay!”
gefahrene Meilen: ca. 95
Essen
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