10.05.2014 An der Ostküste hält sich mein Jetlag eigentlich in Grenzen, Anett’s allerdings wohl nicht. Um kurz nach vier hörte ich die Dusche aus dem Badezimmer. Na gut, dann hab ich mich eben auch angezogen. Um kurz nach fünf machten wir uns auf den Weg zum nur zwei Blocks entfernten Grand Central Terminal. Wir wussten gar nicht, dass dieser erst um halb sechs Uhr morgens öffnet. Wir suchten die grüne Linie Richtung Brooklyn, da wir die frühe Morgenstunde nutzen wollten um die Skyline von der Brooklyn Promenade zu fotografieren. Wir wanderten erst einmal quer durch den wunderschönen Bahnhof. Es waren sehr viele Polizisten vor Ort, die gerade ihren Dienstbeginn hatten. Sie machten sich gut gelaunt auf ihren kleinen Elektrofahrzeugen auf den Weg und alberten herum. Schnell fanden wir die U-Bahn Richtung Brooklyn. Vorher kauften wir uns noch eine MetroCard und luden diese auf. Die Bahn war noch fast leer, nur ein paar komische Gestalten befanden sich bei uns im Wagon. Ein bisschen mulmig war mir ja so früh morgens schon, aber es ging natürlich alles gut. Wir stiegen an der Haltestelle Borough Hall aus und kauften uns gegenüber bei Starbucks erstmal einen Café Latte und ein Egg-Ham-Sandwich, sogar die Lightversion, mit Turkey Ham und Cage-Free Eiweiß-Ei. Wir schlenderten Richtung Promenade. Die Häuser sind hier wunderschön, alle in einem rot braun gehalten, breite schwere Treppen vor den Eingängen und wunderschöne große Fenster. Davor blühten die Bäume, die die Straße zierten. Nach einem kurzen Spaziergang waren wir am Eingang der Promenade angekommen. Ich fühlte mich gerade ein Jahr nach San Francisco zurück gesetzt. „Wie sie sehen, sehen sie nichts!“ war mein erster Kommentar dazu. Man sah nicht mal den East River, so neblig war es. Ich hätte mir es schon eigentlich denken können. Von unserem Hotelzimmer sieht man ein Gebäude, das aussieht wie das Empire State Buildung, also, es ist es auch, aber man erkennt nur die unteren Stockwerke. Egal, jetzt waren wir schon mal hier. Wir gingen also die Promenade entlang und erfreuten uns an den schön angelegten Blumenbeeten, die von einer „Pflanz-Community“ gepflegt werden. Viele bunte Tulpen und andere Blumen säumten den Weg. Auch andere Bäume waren vor ein paar Tagen erst aufgeblüht und strahlten in unterschiedlichen Farben. Es waren wenige Leute unterwegs, hauptsächlich Jogger, die die Strecke öfter entlang liefen. Einer lief glaub ich fünf mal an uns vorbei. Wir gingen bis zum Brooklyn Bridge Park, nicht mal den Pfeiler der Brücke konnte man erkennen. Eigentlich wollten wir uns hier ein bisschen aufhalten, aber wir beschlossen spontan wieder nach Manhattan zurückzugehen. Vorbei an der bekannten Pizzeria Grimaldis ging es auf die Brücke. Es war schon ein Stückchen zu laufen. Auf dem Weg fiel mir auf, dass die Müllabfuhr hauptsächlich wohl Säcke einsammelt. Alle paar Meter passierten wir stinkende Müllsackhaufen. Nach dem kleinen Fußmarsch erklommen wir die Stufen der Brücke. Dort waren auch ein paar Jogger und Radfahrer unterwegs, aber es gab immer wieder Momente wo man ohne Menschen fotografieren konnte. Das hätte ich mir niemals vorstellen können, dass man diese Brücke auch mal ohne Menschen auf ein Bild bannen kann. Der Nebel nervte, allerdings war er auf den Fotos eine willkommene Abwechslung zu den Standardbildern. Wir guckten hier und fotografierten da, bis wir in Manhattan angekommen waren. Von Borough Hall, inklusive Frühstück und Fotografieren haben wir nicht mal 2,5 Stunden gebraucht. Wenn man sich beeilt kann man den Weg locker unter einer Stunde gehen. Aber wir haben ja Zeit. Anett hatte vorher schon bemerkt, dass sie ihre Metrokarte irgendwo verloren hatte. Zum Glück hatte sie sie nur für 9 Dollar aufgeladen, weil wir nicht wussten wie oft wir die Subway nehmen. Es war gerade mal kurz nach sieben, daher nahmen wir die grüne Linie nochmal Richtung Downtown zur Wall Street. Den Bullen hatte ich noch nie gesehen, ich wusste allerdings, dass er stets von Touristen umzingelt ist. Als wir dort ankamen wurde gerade eine asiatische Reisegruppe von ihrem Reiseleiter weiter gescheucht und so hatten wir den Charging Bull ganz für uns alleine. Hier und da mussten wir andere Touristen fotografieren, aber ansonsten konnten wir ihn von allen Richtungen in Ruhe ablichten. Als wir fertig waren, wurde auch schon die nächste asiatische Reisegruppe aus dem Bus gelassen. Puh, Glück gehabt. Es wurde Zeit für das zweite Frühstück. Vorher zogen wir etwas Bargeld, da wir nicht ganz ohne Cash auskommen werden. Zum 2. Frühstück wählten wir ein  Deli an der Wall Street, dort gab es NY Cheesecake, der war zwar lecker, aber sehr mächtig, somit waren wir froh, dass wir uns das Stück teilten. Kurze Zeit später saßen wir schon wieder in der Subway Richtung Fulton Street, wir wollten dort in die blaue Linie wechseln, um in den Meatpacking District zu fahren. Wir nahmen die Subway bis zur 14th Street und gingen noch ein paar Minuten bis zum Beginn der High Line. Dieser auf höhergelegenen alten Bahnschienen gebaute Park erlebte gerade ein Explosion an Blüten. Ich war total begeistert welche schöne grüne Fleckchen es doch in dieser riesen Metropole gibt. Man konnte auch gemütlich durch den Park schlendern, da immer noch nicht viele Menschen unterwegs waren. Ich bemerkte, dass ich einen Fleck auf meinen Bildern hatte. Nicht schon wieder, hatte ich nicht letztes Jahr in Seattle auch einen Fleck im Sucher. Dieses Mal war er aber auf den Bildern, wie ärgerlich. Ich suchte mir im Netz schnell einen Fotoladen, der sich in der Nähe befand. Was heißt Nähe, in der 34th Straße. Also gingen wir die High Line bis zum Ende durch. Nachdem wir fast die 34th Straße erreicht hatten, fiel mir ein, dass ich evtl mal ein paar mal eine Sensorreinigung starten sollte. Nach der Zweiten machte ich ein Testfoto und schwupp di wupp, der Fleck war weg. Sehr schön! Der Weg war nicht umsonst, wir wollten eh zur blauen Linie um zum Museum of Natural History zu fahren. Es waren an diesem Wochenende Bauarbeiten an der Linie, somit saßen wir aus Versehen im Expresszug und waren auf einmal in der 135th Straße. Nee, nach Harlem wollten wir nicht. Als wir die in die Station einfuhren traten Jugendliche wild gegen den Wagon. „Oh je, wo sind wir denn hier gelandet!“. Wir gingen schnell die Treppen hoch, über die Straße und gleich wieder die Treppen runter. Es ist natürlich nichts passiert. Nun ging es wieder südlich, und dieses Mal stiegen wir richtig aus, am Museum von nachts im Museum. Jetzt möchte ich erwähnen, dass ich bereits in Harlem bemerkte, dass die Sonne strahlte. Das Wetter hatte zu unserem Glück nochmal richtig umgeschlagen und es war warm. Somit wanderte die Regenjacke in den Rucksack. Schade, unsere Abmachung war nämlich, dass wir bei schlechtem Wetter ins Moma gehen. Stattdessen holten wir uns erst einen HotDog und schlenderten im Central Park zum Belvedere Castle. Dort musste ich mich gleich mal über zwei unserer deutschen Mitbürger ärgern. Leute, wenn man etwas nett gefragt wird, und das auch noch auf deutsch, dann sollte man evtl höflich antworten und nicht so tun, als dürfte man Euch nicht ansprechen, nur weil ihr in New York seid. Das ist ziemlich überheblich und extrem unnötig. Nach dem kleinen Hot Dog Snack gab es noch zur Nachspeise eine Waffel mit Vanilleeis, genannt „De Bom!“, die wir genüsslich am Turtle Pond verspeisten. Jetzt, da das Wetter doch noch besser geworden ist, beschlossen wir doch nochmal die Skyline zu fotografieren, allerdings vom Wassertaxi aus. In meinem Stadtplan, den ich vom Hotel bekam war die nächste Haltestelle am Pier 89 in der 43th Street East. Also wieder zur Subway und runter zur 42th Straße. Ich merkte, dass meine Füße schon weh taten, allerdings gingen wir vom Broadway bis zur 12th Avenue an den Hudson. Dort fanden wir den Stand vom Watertaxi schnell und warteten, da laut Schild um halb drei die nächste Fahrt stattfinden sollte. Kein Taxi, kein Personal, irgendwie kam mir das schon komisch vor. Wir warteten  und guckten währendessen einer Gruppe zu, die mit lauter Musik und PomPoms Fahrradfahrer anfeuerten. Als um kurz nach halb immer noch kein Taxi zu sehen war, schaute ich mir das Schild nochmal genau an und entdeckte, dass die Adresse „You are here“ überklebt war mit 39th Street, Pier 79. Das darf doch nicht wahr sein. Wir gingen also wieder nach Süden, als plötzlich Wind aufzog und es extrem zu regnen begann. Oh nein, jetzt wo wir Wassertaxi fahren wollten. Jetzt waren wir aber schon so weit dafür gelaufen, jetzt machen wir das auch. Die Watertaxianlegestelle befindet sich jetzt im Fährengebäude von Pier 79. Die nächste Fahrt sollte in 20 Minuten gehen. Als diese um waren riss der Himmel wieder auf und Blau kam zum Vorschein. Dann sollte es wohl so sein, dass wir erst am falschen Terminal waren. Über den Hudson ging es nach Süden mit Stopps am Greewich Village und am Battery Park, der nächste Stopp war dann auf der Höhe der Wall Street. Danach fuhren wir zum Brooklyn Park, von da aus wir definitiv einen besseren Blick auf die Skyline hatten, als noch heute Morgen. Der letzte Stopp war noch bei der Freiheitsstatue, die uns noch erlaubte sie recht nett zu fotografieren. Nun ging das Taxi wieder zurück zum Ausgangspunkt dem Pier 79. Da von dort keine Subway geht, blieben wir sitzen und fuhren nochmal zum Battery Park zurück. Dort fand gerade eine Miltärfeier statt, viele in Ausgeh-Uniform gekleideten Männer wurden mit Dudelsack auf eine Privatfahrt nach Ellis Island begleitet. Kinder hatten Schilder mit „Medal of Honor“, daher nahmen wir an, dass es eine Feier für eine der größten militärischen Auszeichnungen war. Es war sogar die berittene Polizei vor Ort. Wenn Netti Pferde sieht, ist sie nicht mehr zu halten, und wir fragten höflich, ob wir vielleicht ein Foto machen dürfen. Die Polizisten waren sehr freundlich und willigten ein. Netti kann man auf dem Foto wahrlich die Freude ansehen. Im Battery Park liegt übrigens die Skulptur, die sich früher zwischen den Twin Towers befand. Sie wurde bei den Aufräumarbeiten aus den Trümmern geborgen und ist jetzt im Battery Park. Daneben brennt eine ewige Flamme für die Opfer von 9/11. Kurz nachdem wir das Wassertaxi verlassen haben begann der Wind wieder und es platzte noch mehr Regen als vorher vom Himmel. Schnell retteten wir uns in die Subway Station Bowling Green und ließen uns wieder zum Grand Central Terminal hochfahren. Nun waren es nur noch 2 Blocks zu unserem Hotel zu gehen. Am Deli gegenüber holten wir uns noch Bier und Sprite, daneben gab es eine Pizzeria, von der gab es dazu zwei Pizzaslices auf die Hand. Ab ins Hotelzimmer um für heute Feierabend zu machen. Die Pizza schmeckte vorzüglich und das Radler, das ja bekanntlich isotonisch wirkt, füllte etwas unsere Reserven wieder auf. Unsere Füße hatten wir für diesen Tag allerdings keine mehr. Vollkommen erledigt ließen wir uns ins Bett fallen, guckten noch ein bisschen fernsehen und schliefen um ca. halb zehn. Auf jeden Fall war das ein gelungener Tag, New York gefällt uns sehr gut.
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Tag 2: New York
Übernachtung
St Giles Hotel New York The Court 130 E 39th St New York, NY 10016 Vereinigte Staaten http://court.stgilesnewyork.com/
Essen & Trinken
Starbucks 50 Court St Brooklyn, NY 11201 Vereinigte Staaten www.starbucks.com Egg-Ham Sandwich light 2,5 von 5 Sterne Variety Café 65 Broadway, New York, NY 10006, Vereinigte Staaten New York Strawberry Cheesecake 2 von 5 Sternen Giuseppe’s Pizza 341 Lexington Ave, New York, NY 10016 Vereinigte Staaten Cheese und Hawaii Pizza 4,5 von 5 Sternen
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