REISEBERICHT - USA - HIGHLIGHTS DES WESTENS

TAG 3 - OATMAN - ROUTE 66

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REISEBERICHT - OATMAN - ROUTE 66

 

OATMAN UND ROUTE 66

 

VON ESELECHEN BIS NOSTALGIE

 

Gegen vier Uhr morgens können wir nicht mehr schlafen. Zum Glück hat der Coffee Shop unten im Casino 24h geöffnet. Dort mach ich uns kurzerhand einmal Kaffee für mich und einmal Hot Chocolate für Nathalie klar. Wir frühstücken auf dem Zimmer, ist ja noch reichlich dafür vorhanden. Um 8 öffnet der Pool, das habe ich vorher schon herausgefunden. Wenn man über den Colorado blickt türmen sich immer noch viele schwarze Regenwolken in Arizona. Frisch ist es geworden, allerdings ist der Pool warm, da kann man schon noch ein paar Runden schwimmen. Danach checken wir aus und fahren zum nächsten Target.

 

     

 

Dort gibt es zwar nicht das was wir suchen, aber ich finde eine Crystal Pepsi und fühle mich in die 90er zurück versetzt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so eine nochmal trinken werde. Auf der ganzen Reise habe ich später keine mehr gesehen. Toll. Karotten wollten wir haben, aber es gab keine. Daher geht’s noch kurz zum naheliegenden Safeway, dort gibt’s Karotten und eine Safeway Karte. Um die zu bekommen muss man gar nicht mehr wie früher etwas ausfüllen, das geht jetzt online. Man muss das aber nicht machen, sie funktioniert auch so. Schnell noch getankt, das Zahlen mit Kreditkarte ging natürlich wieder nicht,  und weiter geht’s nach Oatman. Zu dieser frühen Stunde ist hier noch nicht viel los und die Eselchen, deren Vorfahren früher zum Minenbau eingesetzt wurden, und die jetzt einfach hier zur Belustigung der Durchreisenden rumstehen, hatten noch richtig Hunger.

 

    

 

Die Karotten und Äpfel waren eine willkommene Abwechslung zu den getrockneten Grasbündeln die man in den Touristenshops hier im Ort erwerben kann. Gemein vor Futterneid werden wir von den Tieren belagert, nur die kleinen bekommen nichts. Wir gehen einmal die Mainstreet rauf und runter und beschließen, dass uns eigentlich nur die Eselchen hier interessieren. Wer Touristenschnickschnack mag, der ist hier bestens aufgehoben in dieser kleinen Westernstadt auf der Route 66 am Fuße der Black Mountains. Wir fahren weiter die Serpentinen an den alten Minen vorbei, einige sind sogar wieder in Betrieb, die Route 66 Richtung Kingman.

 

 

 

 Die Black Mountains bieten einen schönen Ausblick und sind, finde ich, eins der schönsten Teilstücke der Route 66. Der weitere Weg nach Kingman ist eher langweilig. Wir bekommen Hunger und beschließen unseren ersten Burger zu essen. Natürlich bei In  ´n Out Burger, wo denn sonst. 2 x Double Double, 1 Vanille Milchshake und eine Soda. Dazu leckere Chillischoten, die kompensieren die trockenen Pommes etwas. Der Laden ist gut besucht, aber die Crew ist wie immer auf Zack. Mmmmmmh, das schmeckt gut! Obwohl uns ständig Regenwolken begleitet haben, hat das Wetter sich gut gehalten. Es ist auch schön warm. Perfekt für den nächsten Stopp am General Store in Hackberry.

 

 

Dort hat sich seit meinem letzten Besuch einiges verändert. Der Besitzer hat gewechselt, mit ihm verschwand auch die fotogene Corvette. Das Areal ist auch ein wenig umgebaut, aber noch immer sehenswert für Leute die etwas affin sind für Route 66 Nostalgie. Wir erkunden ein bisschen das Gelände und kaufen uns kultige Schlüsselanhänger im Store. Diese sind Zahlen, die aus US Licence Plates ausgeschnitten wurden. Nette Idee, und kein Asia-Schnick-Schnack.

 

 

Ich weiß ja nicht ob manche Menschen denken sie sind hier auf Safari, aber über vier Besucher hier wundere ich mich doch sehr. In voller Montur mit Wanderschuhen und Sonnenkappen mit Nackenschutz guckten sie sich hier um. Nicht nur einer, bei dem man evtl. eine Sonnenallergie vermuten könnte. Nein, die ganze Gruppe. Was die heute noch vorhaben, frage ich mich. Da fällt mir ein, wir haben gestern gelesen, dass im Joshua Tree NP ein junges Pärchen spurlos verschwunden ist. Der Wagen wurde am Trailhead aufgefunden, aber die beiden werden bereits seit Anfang August gesucht. Ebenso hat die Polizei ein totes Ehepaar in der Nähe von Amboy gefunden, welche sich bei einer Wanderung wohl überschätzt hatten. Also immer schön vorsichtig sein, und sich nicht überschätzen.

 

    

 

Wir fahren weiter gen Südosten, aber nicht allzu weit, denn hier wird die komplette Straße neu gemacht. Inklusiver neuer Straßenmarkierung. Das Auto vor uns will irgendwie nicht an der Maschine vorbei fahren, so tuckern wir eine halbe Stunde im Schritttempo dahinter her. Ich traue mich nicht zu überholen, da ich davon ausgehe, dass der Fahrer vor uns eventuell eine Anweisung erhalten hat. Irgendwann entschließt er aber doch an dem Baufahrzeug vorbeizufahren. Na endlich! In Seligman regnet es, und es ist windig, und kalt. Route 66 Nostalgie, nee, wir sind müde und es ist kalt. Ein kurzer Toilettenstopp an der Tankstelle, inkl. Eines dubios aussehenden Mannes der seltsam im Store herumschleicht, dann geht’s weiter auf die Interstate nach Flagstaff.

 

Das Hotel ist schnell gefunden. Ernüchterung macht sich breit. Einchecken geht schnell, nur was ist das. Eine müffelnde Putzkammer wird uns als Suite verkauft. Nee, da möchte ich nicht bleiben. Wir bekommen ein anderes Zimmer im  Haupttrakt. Der Geruch ist undefinierbar der uns entgegenschlägt, das Zimmer ist aber sauberer und größer. Einzig und allein das Bad ist komplett renoviert, inkl. Regendusche. 3 Sterne? Niemals. Die Nacht schaffen wir, denken wir uns. Aber eklig ist es schon. Ich bin besonders empfindlich wenn es stinkt, besonders wenn ich den Geruch nicht mal definieren kann. Zum Essen ist uns jetzt auch nicht gerade zu Mute. Wir verputzen schnell ein Sandwich und schalten das Licht aus und den Fernseher ein. Jetzt sieht man den Schlamassel wenigstens nicht, riecht ihn nur noch. Das Bett ist ganz okay. Gut, dass wir schnell einschlafen können.

 

 

 

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