USA Roadtrip durch Arizona – Tag 7 – Apache Trail

So weiter gehts. Die Nacht in Phoenix war klasse. Um halb 9 checkten wir aus und fuhren ein paar hundert Meter weiter auf den nächsten Dennys Parkplatz. Ich wollte mal was anderes probieren und bestellte mir einen Southern Slam. Biscuits getoppt mit zerbröseltem Wurstpattie (Sausage gravy) und darüber sowas wie Bechamelsauce. Dazu gab es Eier und Bacon uuund noch Grits. Baaah, kauft euch das bloß nicht. Das ist ja sowas von ekelhaft. Ich hatte Hunger und würgte das Menü runter.

Die Grits konnte ich auch mit viel Zucker anreichern und so genießbar machen. Ich mag das amerikanische Essen, aber das hier, ging nun mal gar nicht. Genug beschwert, wir fuhren weiter Richtung Apache Junction. Wir hätten zwar noch einen Abstecher nach Phoenix machen können, bzw. Scottsdale, aber irgendwie mussten beim heutigen Zeitplan Abstriche gemacht werden. Die Westernstadt Goldfield erblickte ich auf der linken Seite, aber es waren morgens schon wieder 39 Grad und in diesem Moment hatten wir keine Lust auf Cowboystädtchen. Sicher werden wir, wenn wir mal wieder in dieser Ecke sein sollten, hier einen Abstecher hin machen.

Die anderen wollte auch lieber weiterfahren, Richtung Superstition Mountains. Noch war die Straße geteert und neben unswurden die Saguaro Kakteen immer höher undgrößer. In Tortilla Flat, einem Dörfchen mit 6 Einwohnern, machten wir kurz Halt. Ich wollte mir ein T-Shirt im Gift Shop kaufen und ich hatte mir fest vorgenommen das Kaktus(feigen)eis zu probieren, von dem mir viele schon erzählt haben. Ich blamierte mich schon mal, weil ich „Cactus icecream“ bestellt habe. Super. Das hat der Verkäufer nicht kapiert, bis er drauf kam, dass ich „Prickly Pear“ meine, die Kaktusfeige.

So hatte ich nun mein hellrosa Kaktusfeigeneis in der Hand und freute mich schon. Und es schmeckte … nach nichts. Süss.Die Anderen probierten auch noch, aber letztendlich landete das arme Eis in der Mülltonne. Toll 3 Dollar im Müll.In Tortilla Flat ist eigentlich nichts, aber ich finde es hat Charme. Das Galgenmännchen das so herzlich im Wind weht, die Badewanne in der schon Wyatt Earp geplantscht haben soll. Die Holzterrasse vor den Geschäften. Man wartet ja geradezu bis ein Cowboy daher kommt und seinen Hengst dort anbindet. Naja, genug Frontier-Gedanken, weiter ging es auf den Apache Trail. Der Apache Trail ist ein Scenic Drive durch die Superstition Mountains fast immer entlang des Canyon und Apache Lakes.

Die Straße ist ungeteert, aber selbst mit normalem PKW befahrbar. Bevor wir das alles genießen konnten, waren wir etwas irritiert. Baustellenfahrzeuge hatten beim noch geteertenStraßenabschnitt die Begrenzungen neu gezogen. Ein Bauarbeiter hielt uns an und sagte dass wir nicht über die gelbe Linie fahren sollten. Puh, wir dachten schon, wir dürften nicht mehr weiterfahren. Weiter ging es, immer tiefer in die Superstition Mountains hinein. Eine Farbenpracht zeigte sich an den Felsen, von gelb bis grau, gespickt mit Saguaros und Yuccas. Die ungeteerte Straße war sehr gut zu fahren, ein bisschen rumpelte es, aber kein Vergleich zu Schnebly. Die Streckenabschnitte waren auch gut machbar, es kam uns nur ein Auto entgegen, und es war auch keiner vor uns.

Jeder genoss die Ruhe. Als wir um eine Serpentine bogen und sich unter uns das Tal mit dem Apache Lake auftat, schwebten zusätzlich zwei Falken unter uns hinab und glitten über die Landschaft. Ein Moment, der mich persönlich erschreckte, da mir vor lauter Begeisterung die Tränen kamen. Wie peinlich, lach ich doch immer die Leute aus, die bei Hochzeiten oder anderen Anlässen vor Freude im Fernsehen heulen. Ich doch nicht, jaja…und hier ging es mir mal so. Wir fuhren den Trail fast bis zum Roosevelt Dam, bogen aber vorher noch zum Lake hinunter.

Drei amerikanische Familien hatten da ihren halben Hausstand aufgestellt. 2 Pavillions, ein riesiger Gasgrill, dazu ein halbes Kirmes-Zelt, dazu noch einen Wohnwagen. Wenn die Amis campen gehen, dann aber richtig. Wir nahmen unsere Kühltasche nicht mit, die hätte beim Anblick der amerikanischen- Campinggrillparty Minderwertigkeitskomplexe gekriegt. Mit unseren kleinen Handtüchern fanden wir natürlich trotzdem noch Platz. Endlich. Des Thermometer zeigte schon wieder weit über 40 Gradund wir fackelten nicht lange unsere Prachtkörper (haha) im Wasser abzukühlen. Von Dort brachte uns auch so schnell nichts mehr raus. Was uns allen sofort auffiel: Wir haben noch nie in so sauberem Wasser gebadet, man fühlte sich hinterher wie einmal generalüberholt.

Die Erfrischung war jetzt genau richtig. Eingekreist von Bergen mit Kakteen und umkreist von Falken, ließen wir uns einfach treiben und entspannten. Hin und wieder legten wir uns zum Trocknen in die Sonne, um gleich danach wieder überhitzt ins kühle Nass zu springen. Die Oma der Familie die noch vor Ort war schlief auf der Luftmatratze ein. Auch durch Schreien der Familienmitglieder wurde sie nicht wach. Sie trieb immer weiter ab. Kurzzeitig überlegten wir ihr hinterher zu schwimmen, aber die Enkeltochter schwamm ihr letztendlich hinterher.

In Tortilla Flat habe ich gesehen wie Leute eine Art „Permit“ kauften. Dieses war auch erforderlich um am Apache Lake zu parken bzw. zu campen. Ich war mir aber nicht sicher, ob man das als Tagesgast auch benötigt. Auf jeden Fall haben wir keines gekauft und auch nicht gebraucht. Wir blieben fast 6 Stunden. Danach packten wir zusammen, suchten noch das vorhandene Toilettenhäuschen auf, und fuhren noch das kleine Stück bis zum Theodore Roosevelt Lake inkl. Staudamm. Wow, türkisblaues Wasser, so glatt wie ein Spiegel. Ein paar Fotos vom Viewpoint waren noch möglich, dann meldeten sich unsere Mägen. In Globe wäre zwar was Essbares zu finden, aber die Strecke nach Tucson war noch weit.

Wir beschlossen diese hinter uns zu lassen und dann erst essen zu gehen. Obwohl die Panoramen einzigartig waren zog sich die Stecke ein bisschen über den Highway, nach einer gefühlten Ewigkeit und einem Loch im Magen trafen wir dann doch bei Applebees in Tucson ein. Die großen Nachos als Vorspeise, das war genau das Richtige für den Anfang. Ratz fatz, rauf auf den Tisch, waren die weg geschaufelt. Es geht doch nichts über Applebees. Zum Schluss fragte uns noch die Managerin ob es geschmeckt habe. Wir bejagten und weigerten uns dann an der Karaoke teilzunehmen die sie uns anbot. Ob wir schon öfter hier gewesen wären, erkundigte sie sich? Nein, wir sind doch aus Deutschland. „Oh, are you studying here?“ – „No wea’re too old.. wea’re working.“ …. „ooooh, you look like college kids!“

Das war doch mal ein sehr großes Kompliment für eine im Durchschnitt 30-jährige Runde. Wie immer, mit vollen Mägen betraten wir dann das Sheraton Inn and Suites Tucson. Das Hotel war zwar nicht so stylisch wie inPhoenix, aber die Zimmer waren genauso klasse. Federkissen, hach. Eine separate Kaffeeecke so kann man auf jeden Fall drei Nächte residieren. Wir hatten zwar keinen Balkon, aber eine vollständig zu öffnende Balkontür, dahinter 30cm Platz vorm Geländer.

Jess war die Einzige, die sich also auf den Balkon setzen konnte. Aha! Wir anderen zogen die Bäuche ein, um die Nikotinlust zu stillen. Obwohl es schon 22 Uhr war, zeigte das Thermometer immer noch 39Grad an. Was tun? Klar, abin den Pool. Auf dem schwamm zwar ein Film aus Sonnencreme, aber egal. Ein getarntes Bierchen im Starbucksbecher, es herrschte Alkoholverbot im Poolbereich, versüßte uns den Abend. Morgen wird wieder ein heißer Tag.

Übersicht Roadtrip - Kakteen Südarizonas

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