11. Tag - San Juan Islands

Roadtrip – Naturwunder des nordwestens

Der Jetlag ist nicht mehr da, daher mussten ich mir auch um kurz nach sechs morgens den Wecker stellen. Ich wollte noch in Ruhe im Hotel frühstücken, das natürlich wieder mal inkludiert war, bevor ich auf die Fähre Richtung San Juan Islands ging. Als ich den Frühstücksraum betrat guckten mich zwölf Augenpaare an. Die Bauarbeiter, die immer noch an der eingestürzten Brücke arbeiteten, schliefen in diesem Hotel. Ich habe aber dann erst gemerkt, dass ich unter dem Fernseher stand und mich gar keiner anguckte. Die mümmelten, die Augen starr auf den Bildschirm gerichtet, ihr 2 kg Frühstück hinein. Ich nahm mir auch Waffeln, Eier, Toast, usw., die Best Western Plus bieten echt gutes Hot Breakfast an.

Ich sah vom Parkplatz schon, dass Stau zwecks der Interstate Sperrung war, ich musste aber eh nicht zwingend dort entlang. Ich hatte mir zu Hause schon einen Alternativweg rausgesucht. Es dauerte bis Anacortes nicht lange. Da ich mein Auto auf der Insel nicht benötigen werde, ließ ich es kostengünstig am Parkplatz vom Hafen stehen. Ich kaufte mir Tickets nach Friday Harbor für $ 12,50 pro Person, darin ist der Rückfahrpreis schon inbegriffen. Schneller als gedacht, bin ich gut durchgekommen, so hatte ich noch Zeit den kleinen Hafen zu erkunden. Danach wurden die Passagiere auch schon aufgerufen, die Fähre zu betreten. Es dauerte eine Zeit lang, bis die Autos darauf verladen waren. Dann wurde abgelegt. Ich stand draußen und beobachtete die Tölpel, die gerade mit dem Nestbau beschäftigt waren. Als die Fähre den Hafen verlassen hatte, legte sie an Geschwindigkeit zu.

Es war eisig kalt und ich zog mir mehrere Schichten an. Das Panorama war so wunderschön. Meer und rings um uns herum schneebedeckte Berge. Viel zu schnell ging die Fahrt um. Wir landeten in Friday Harbor, dem Hafen von San Juan Island. Neben der Insel gibt es noch zwei größere Inseln, nämlich Orca Island und Lopez Island. Jetzt sind wir schon beim Stichwort, nämlich: Orca. Ich hatte von zu Hause aus schon eine Whale Watching Tour beim Anbieter Western Prince Cruises gebucht. Es gibt hier mehrere Anbieter für Whale Watching. Auch welche, die direkt von Anacortes aus, die Tour anbieten. Ich habe mich aber explizit für die Western Prince entschieden, da sie nur kleine Gruppen befördern. Zudem fand ich gut, dass sie 4 % von den Einnahmen an Walprojekte spenden. Das Büro befindet sich gleich direkt am Hafen.

Wie auf der E-Mail Einladung beschrieben, meldete ich mich nach Ankunft gleich im Büro an. Ich bekam mein Ticket und konnte noch bis kurz vor 12 das Städtchen ein bisschen erkunden. Mir gefiel der maritime Flair gleich auf Anhieb. Seitdem spiele ich mit dem Gedanken auf den San Juan Inseln mal wirklich ein paar Tage Urlaub zu machen. Im Laden eines netten jungen Mannes kaufte ich ein Lunchpaket, bestehend aus großen Sandwiches und Kartoffelchips, für die Fahrt, die knapp vier Stunden dauern sollte. Im Supermarkt nebenan, gab es dann noch Getränke. Die restliche Zeit verbrachte ich im Park direkt am Meer. Um 11:45 durfte ich dann endlich die Western Prince betreten. Ich wurde freundlich von den Mitarbeitern empfangen. J.B. und Cadie waren für uns zuständig, der Kapitän steuerte natürlich das Boot.

Mit mir fuhren noch 8 Passagiere mit. Wir bekamen noch eine kurze Einweisung. Zum Beispiel, dass bestimmte Abstände zu Meeressäugern immer eingehalten werden müssen und natürlich den Safety Check mit den Schwimmwesten. Zum Glück mussten wir aber keine tragen. Das Boot war im Gegensatz zu den anderen Anbietern, die ebenfalls um 12 Uhr ablegten schön klein und familiär. Die Guides von der Western Prince erklärten voller Enthusiasmus alles was man wissen wollte. Man merkte, wie begeistert sie selbst von den Walen waren. Sie erkennen die verschiedenen Orcas an den Finnen und wissen jeden Namen und den Stammbaum der einzelnen Familien.

Die Orca sind sehr geprägt von ihrer Familie und bleiben dort ihr Leben lang. Die Älteste ist J2, genannt Granny. Sie ist über hundert Jahre alt und hat schon Urenkel. Dieser Wal faszinierte mich so sehr. Cadie erzählte, dass Granny schon am Leben war, da wussten Menschen noch überhaupt nichts über Orcas. Damals nutzte die Navy die Orcas als lebende Ziele für Schießübungen. Granny überlebte diese Zeit und ebenso solche wo Fischer loszogen, und dutzende ihrer Familienmitglieder töteten, oder für Aquarien gefangen nahmen. Wenn man sieht und versteht, wie diese Tiere miteinander umgehen, wie sie jagen, wie sie sich füreinander sorgen, dann wird man nie wieder ohne Tränen ertragen können, wie Orcas in Gefangenschaft Kunststücke machen.

Allgemein für Meeressäuger ist es unverantwortlich, sie so zu halten. Wie man sieht, werden Orcas über hundert Jahre alt, in Gefangenschaft oft nicht mal 20. Granny hat all dies überlebt, und ist immer noch mit Ihrer Familie zusammen, geschützt von kanadischen und US Gesetzen. Die Crew erklärte so viel über die Merkmale und Geschichten der einzelnen Tiere. Erzählten was sie alles schon erlebt haben, das Ganze mit so einer ehrlichen Begeisterung, dass man selber angesteckt wurde. Wir umrundeten San Juan über die Südspitze. Von dort konnte hatte man einen klasse Blick auf den Mount Baker. Kurz vor dem Cattle Point Lighthouse sahen wir noch einen Bolded Eagle, meinen ersten. Ich war ganz aufgeregt.

Als dann endlich die ersten Finnen sichtbar wurden, gab es kein Halten mehr. Die Orca Familien folgten der Lachsstraße und waren nur am Fressen. Sie blieben manchmal erstaunlich lange unter Wasser, dann tauchten sie aber auch oft nahezu rhythmisch auf und ab. Das Schönste war immer, wenn sie das Wasser aus ihrem Blasloch pusteten. Am Lime Kiln Point State Park tummelten sich ganz in Ufernähe gleich drei Orca Familien. Die Menschen hatten Glück, die gerade diesen State Park besuchten, die waren nämlich noch näher an den Säugern, als wir, und brauchten sich keine Gedanken über das Schaukeln des Schiffes beim Fotografieren zu machen. Das nächste Mal werde ich auf jeden Fall diesem State Park auf San Juan einen Besuch abstatten.

Nach dreieinhalb Stunden waren wir wieder zurück am Hafen, mit einem fetten Grinsen im Gesicht. Ich fiel dann gleich mal die Treppe zur Straße hoch, wie peinlich, aber alle kümmerten sich sofort rührend um mich. Die Crew richtet es immer so ein, dass die Tagesgäste noch pünktlich die 16 Uhr Fähre erreichten, die über Lopez Island zurück nach Anacortes fährt. Eine Seefahrt die ist lustig und macht definitiv müde. Da die Fähre fast leer war, konnte ich mich auf den breiten Sitzen lang legen und schlief ein. Ich schlief bis wir in Anacortes ankamen. Jetzt konnte ich mir bewusst machen, was ich heute noch vorhatte. Nämlich so weit wie möglich Richtung Osten zu fahren.

Am nächsten Tag wollte ich nämlich irgendwann in West Yellowstone ankommen und das waren über 1300 Kilometer. Normalerweise hasse ich solche Fahrtage, aber dieses Mal hieß es einfach in den sauren Apfel zu beißen. Ich wollte es wenigstens noch bis Spokane schaffen. Dies hätte auch geklappt, hätten sie nicht am Snoqualmie Pass Sprengungen durchgeführt. Ich stand über eine Stunde im Stau. Daher reichte meine Lust und Kraft nur noch bis nach Ellensburg zu fahren. Dort buchte ich am Parkplatz vom Days Inn, über Priceline das Best Western. Bei so einem kleinen Ort weiß man ja sowieso was man bekommt, besonders wenn man sowieso schon da ist. Das macht das Ganze einfacher.

Übersicht Roadtrip - Naturwunder des Nordwestens

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