14. Tag - Yellowstone Nationalpark Süd

Roadtrip – Naturwunder des nordwestens

Heute ließ ich es auch wieder ruhig angehen. Es bringt nichts früh aufzustehen, wenn man nicht gerade vor Sonnenaufgang schon im Park ist. Tiere sieht man tagsüber sowieso nicht, daher fuhr ich gemütlich am späten Vormittag in den Park. Heute stand die südliche Runde auf dem Plan. Falls sich jemand wundert warum ich die meisten Wasserfälle hier ausgelassen haben, der liest einfach die letzten Tage nach, dann weiß er warum. Ich hatte zu dem Zeitpunkt nämlich eine Wasserfallübersättigung. Für den Yellowstone habe ich mir zu Hause eine Karte von National Geographic gekauft. Die kann ich jedem empfehlen. Ich habe zwar nichts damit geplant, aber man findet sich super zurecht wenn man mal da ist.

Ich fuhr daher alle möglichen Byways und so weiter. Die Fire Canyon Road war ganz interessant, da waren wenigstens nicht so viel Leute. Ein kleiner Geysir war sogar gerade am Ausbrechen als ich vorbeikam. Und das tat er nicht immer, denn ich fuhr nächsten Tag nochmal hier vorbei und da gab er Ruhe. Die Fountain Paintpots wollte ich unbedingt besuchen, aber der Parkplatz war jedes Mal komplett voll. Die verlegte ich auf abends.

Den Loop um die Grand Prismatic Spring im Midway Geysir Basin machte ich aber, dort ließ es sich noch ganz gut aushalten. Wenn man umzingelt von Touristen ist, freut man sich schon wenn man überhaupt einen Parkplatz bekommt. Da es um die 20 Grad warm war, dampften die Pools noch richtig. Daher lohnte es sich auch nicht auf den Hügel zu steigen, um die Grand Prismatic Spring zu fotografieren. Ich tat es halt mit dem kleinen Bruder, dem Opal Pool, die den anderen finde ich in nichts nachsteht.

Er hat es auch mal verdient gezeigt zu werden. Ich besuchte noch die Schlammlöcher und die Drachenhöhle. Man könnte beidem Rauch, dem Grollen und bei dem herausschwappenden Wasser echt denken dass dort drin ein Drachen wohnt. Hier roch es ungefähr so wie in meiner Hütte, daher verschwand ich schnell wieder.Ich fuhren weiter südlich zum Old Faithful. Beim Anblick des übervollen Parkplatzes beschloss ich nur im Gift Shop zur Toilette zu gehen und abends nochmal zu kommen. Ich hatte ja eh die Hütte in der Old Faithful Lodge gebucht. Inzwischen war es Nachmittag und ich hatte Hunger.

Obwohl ich Angst vor Bären hatte fuhr ich in Richtung Yellowstone Lake zu einem Picknickplatz und packte mein Mittagessen aus. Es war schon ein bisschen gruslig, da kein anderer Mensch da war. Nur zwei süße Vögel stahlen mir die ganze Zeit Weintrauben. Ich hoffe, dass sie nicht Bauchweh bekommen haben. Danach ging es zum Yellowstone Lake. Ich hatte einen Tiefpunkt, ich war so müde, dass ich am Ufer parkte und erst mal relaxte. Bevor ich fast einschlief fuhr ich noch den Loop ganz nach Norden und dann wieder die Schleife zurück zur Madison Junction. Ich wollte ja noch ein paar Bisons fotografieren. Ich fand eine große Herde und hielt am Straßenrand.

Es war schon Abend und der Park war schon leerer. Als ich ein paar Fotos von den Bisons auf der Lichtung gemacht hatte, fingen auf einmal die Tiere, die in der Nähe des Waldrands waren zu laufen an. Die ganze Herde setzte sich wild in Bewegung. Die Mütter versuchten die Kälber, für die alles ein Spiel war, mitzureißen, bis die ganze Herde in einer Staubwolke die Straße überquert hatte und auf der anderen Seite von dannen zog. Ich wunderte mich was die Tiere denn so erschreckt haben könnte. Ich drehte mich um und sah einen riesigen Bären die Lichtung herunterkommen. Oh mein Gott! Ich packte meine Kamera und lief wieder auf die andere Seite und fotografierte zitternd den Bären.

Da ich richtig Respekt vor diesen Tieren habe war ich jede Sekunde bereit ins Auto zu springen, sollte der Bär zwei Schritte in meine Richtung machen. Er war aber ganz entspannt und grub in der Wiese und im Wald nach Futter. Es war immer noch kein Ranger da, aber zum Glück waren auch nicht viele Menschen neben mir noch vor Ort. Nach bestimmt einer viertel Stunde kehrte der große Kerl uns den Rücken zu und verschwand im Wald. Eine wahnsinnige Begegnung. Ich war richtig aus dem Häuschen. Die Sonne war bereits am Untergehen während ich zum Old Faithful fuhr.

Immer wieder regnete es kurz, dann schien wieder die Sonne. Auf den Bänken vom großen Geysir angekommen stachen mich Mücken unerbittlich. Endlich brach der alte Vertraute aus. Wahnsinn. Durch die Regenwolken herrschte eine atemberaubende Atmosphäre. Ich ging kurz zu meiner Hütte um mich zum Essen umzuziehen. Die Hütte stank kräftig nach Urin. Das Raumspray nützte nicht sehr viel. Na ja, jetzt ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. Die zwei Nächte schaffe ich auch. Als ich zu Fuß zum Restaurant ging sah ich den mächtigsten Sonnenuntergang meines Lebens. Es war so als würde sich im Westen die Hölle auftun.

Ich hatte sowas noch nie gesehen. Auf den Fotos kommt es leider gar nicht so rüber. Wahnsinn. Mit Essen gehen wurde es jetzt auch nichts mehr. Alle Restaurants haben ab 21 Uhr geschlossen. Das ist gar nicht meine Zeit. Ich kaufte im Gift Shop Snacks und aß vor meiner stinkenden Hütte Sandwiches.Ich machte mir Kaffee dazu, dieser übertünchte zum Glück den unangenehmen Geruch. An Einschlafen war danach nicht wirklich zu denken. Ich langweilte mich etwas, und guckte einen Film auf dem Laptop. Irgendwie schäme ich mich, dass ich so mediengeil bin, aber kurz vorm zu Bett gehen schalte ich eben gern mit leichter Berieselung ab. Irgendwann schlief ich ein, aber fragt nicht wie ich geschlafen habe.

Übersicht Roadtrip - Naturwunder des Nordwestens

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Beginnend in New York, der Stadt die niemals schläft, geht es die Küste nach Norden, vorbei an schroffen Felsen, alten Häfen und natürlich vielen Leuchttürmen. Sportlich wird es im Fenway Park, dem ältesten Baseball Stadions der USA.

 

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