2. Tag - San Francisco

Roadtrip – Naturwunder des nordwestens

So müde konnte ich wohl gestern doch nicht gewesen sein. Was heißt gestern, ich kam ja erst kurz nach Mitternacht ins Queenbett. Schon um halb 3 schaute ich das erste Mal auf den Wecker. Ich hatte sonst immer Elke verflucht, wenn sie sich schon um 4 gemeldet hatte, konnte ich meistens am ersten Tag doch bis um fünf oder halb sechs schlafen. Nein, dieses Mal war alles anders. Um kurz vor 4 gab ich es auf. Schnappte mir meine Glimmstängel und fuhr mit dem Fahrstuhl in die ausgestorbene Lobby. Einen Tag vorher fand da noch eine Mexikaner Party statt. Alles leer. Und es war draußen windig und bedeckt.

Na toll, dachte ich mir. Es war Zeit meinen Mr. Coffee auszuprobieren, der für 19 Dollar leckere 10 Tassen kolumbianischen Kaffee von Fosters zauberte. Es ist eine Wohltat mehr Kaffee zur Verfügung zu haben, als den kleinen Schluck der im Zimmer angeboten wird. Ich kann mich gar nicht mehr so erinnern, wie ich es schaffte so lange herum zu trödeln, aber gegen 6 fing ich erst an zu frühstücken. Auch auf dem Zimmer, ich hatte noch nicht richtig die Energie gefunden in ein Restaurant zu gehen. Also gab es Sandwiches und Cheerios mit Bananen.

Nach dem Frühstück fuhr ich nochmal nach unten und ging in den Park, der sich gegenüber vom Hotel befand. Ich war erleichtert, denn jetzt riss der Himmel auf und ließ was Blaues zum Vorschein kommen. Im Park konnte man gut den Flughafen und die Skyline von San Francisco erkennen. Es war Ebbe ,somit erschloss sich vor mir nur ein Matschfeld. Ich hievte ein paar Minuten später das Gepäck auf dem Parkplatz in den Kofferraum. Jetzt konnte es losgehen, Richtung Nord San Francisco. Von wegen, schon nach ein paar Kilometern stand ich im Stau, somit erreichte ich den Golden Gate Vista Point später als vom Navi errechnet.

Dort war es aber komplett voller Vistawütigen. Ich fuhr gleich gar nicht auf den Parkplatz, sondern auf den größeren unterhalb des Vistapoints. Ich warf Quarter in die Parkuhr, so konnte ich 2,5 Stunden parken. Ich hatte noch keine Lust auf so viele Menschen, daher ging ich den Trail hinab zum Pier neben der Golden Gate. Es war zwar Sonntag, aber es herrschte dort schon reges Treiben. Einheimische angelten und Pelikane und Möwen versuchten krampfhaft den Anglern die Fische wieder zu klauen.

Die riesigen Frachtschiffe machten sich durch lautes Tröten bemerkbar, die Seeluft roch etwas nach Hafen und die Vögel schnatterten um die Wette. Die Golden Gate? Ja wo war sie denn? Ihren Fuß konnte ich erblicken, mehr auch nicht. Ich hatte komischerweise die Brücke noch nie im Nebel gesehen, somit war meine Enttäuschung nicht sehr groß. Mich faszinierten viel mehr die sich tummelnden Menschen hier und guckte vielen dabei zu wie sie ihre Köder montierten und was sie so an der Angel hatten. Ein Seelöwe posierte stolz vor meiner Kamera, wie wenn er wüsste, dass ich Ihn fotografieren möchte, schwamm er zu mir und setzte sein schönstes Lächeln auf. Nachdem ich die Atmosphäre in mich eingesogen hatte, schlenderte ich noch am Ufer entlang.

Ein großer schwarzer Escalade fuhr vor. Die hintere verspiegelte Scheibe schob sich nach unten, und ein Asiate streckte kurz seinen Fotoapparat heraus, um die im Nebel stehende Golden Gate abzulichten, also, eigentlich nur den Nebel. Dann fuhr er wieder. Ich fande es lustig. Eine etwas größere Menschenschlange drängelte sich an einen Hot Dog Stand, dieser hieß Frank Dog. Da ich auch Einheimische beobachtete die sich dort etwas holten, wollte ich den auch mal probieren. Er war sehr lecker, die Wurst war etwas würziger als gewohnt, und ich mümmelte am Ufer meinen Frank Dog und guckte weiterhin dem Treiben zu.

Danach ging ich den Weg wieder hoch zum Parkplatz. Es ist eine schöne Zeit um hier spazieren zu gehen, alles blüht und grünt. Es standen knatsch grüne farnartige Pflanzen neben dem Weg, solche sind mir noch nie aufgefallen, ebenso reihten sich dort bunte Blumen, große und kleine. Ich kam mit einem Deutschen Pärchen ins Gespräch die auch wieder sehr nett waren. Ich war schon erstaunt, kamen mir doch die Deutschen in den USA doch meistens nicht so kontaktfreudig entgegen. Dies sollte sich aber zu späterer Reisezeit noch ändern. Alles beim Alten eben.

Neben der Golden Gate begann sich ein kleines Bisschen Blau am Himmel zu zeigen. Ich schöpfte Hoffnung und warf ein paar Quarter in der Parkuhr nach. Inzwischen war der Parkplatz schon voller. Ich ging den kurzen Weg zum offiziellen Vista Point hoch. Ich fühlte mich unwohl. Hunderte Touristen tummelten sich auf dem kleinen Platz. Sowas ist nichts für mich. Ich wollte schon immer mal zu Fuß über die Golden Gate gehen, daher begann ich auf der rechten Straßenseite, die an diesem Tag für Fahrradfahrer gesperrt war, den Weg. Nach gefühlten 2 km Nebel, es waren wahrscheinlich nur 300 Meter, kehrte ich aber um.

Es war laut, eng und man sah ja sowieso nichts. Mir kam sogar eine asiatische Familie entgegen, deren Sohn eine Schildkröte in einem Terrarium mit sich rumtrug. Was auch immer der damit machen möchte, ich will es gar nicht wissen. Da ich einen anderen Weg zurück zum Auto nahm, entdeckte ich auf einmal eine Picknick Area, fast am Fuße der Golden Gate. Dort war es wie ausgestorben, nur hin und wieder kamen ein paar Menschen kurz vorbei. Ich hatte vorher Weintrauben und Babybel in meinen Rucksack geworfen, also in einer Plastikbox, die packte ich nun aus und ich machte es mir hier in Ruhe gemütlich. Während ich schnabulierte, feuerte ich immer wieder den sich lichtenden Nebel an.

Immer mehr Blau kam zum Vorschein. Ganz tat sich die orange Brücke aber nicht vor mir auf. Leider habe ich nur den Parkplatz bis kurz nach 16 Uhr bezahlt, sonst hätte ich noch länger hier in der Sonne sitzen können, um den unter der Golden Gate in die San Francisco Bay einfahrenden Frachtschiffen und den wehenden Blumen am Abhang zuzusehen. Daher fuhr ich noch vorbei am Aussichtspunkt über Crissy Field, dem früheren U.S. Army Flugplatz von San Francisco, in Presidio, nach Fischerman’s Wharf. Es war brechend voll auf den Straßen. Links und rechts drückten sich Autos auf die Fahrbahn. So unentspannt kannte ich die Straßen von San Francisco gar nicht.

Ich checkte im vorgebuchten Holiday Inn Fisherman’s Wharf ein. Es war mal wieder klar, dass ich wie viele meiner Vorgänger auch im Nebengebäude untergebracht wurde. Dort sind Parkplätze Mangelware. So musste ich auf dem Hauptparkplatz parken und trotzdem 40 Dollar pro Tag zahlen. Wie ärgerlich. Jemand der klug ist, der hätte den Koffer vorm Nebengebäude rausgeschmissen, und dann erst geparkt. Ich schleppte aber mein ganzes Gepäck den Block hinunter und um die Ecke. Kurz vor der Garage fiel mir dann auch ein, dass ich ja auch bis zur Tür hätten fahren können und anschließend parken. Ja, der Jetlag halt, ne? Beide Parkplätze waren brechend voll, wer weiß ob ich danach überhaupt noch einen bekomme hätte.

Die Schlepperei wurde vom Zimmer wieder gut gemacht, genauer gesagt, vom Ausblick. Ich guckte nämlich direkt auf den Hafen, auf Alcatraz und auf der linken Seite zeigte sich eine der orangen Spitzen der Golden Gate. Wie der Golden Gate? War die vor einer halben Stunde nicht noch im Nebel? Ich schaute genauer. Das darf doch nicht wahr sein, genau jetzt, als ich im Hotel war, verschwand der Nebel und enthüllte die vollkommende Schönheit dieser Brücke.

Ich war vom Gepäckumzug durch die Straßen von San Francisco aber zu müde, um an diesem Tag nochmal dorthin zu fahren. Heute wollte ich es noch ruhig angehen lassen, legte mich zum Entspannen hin und guckte Fernsehen. Was? Man ist in San Francisco und guckt Fernsehen? Ja, ich schon. Ich habe keine Lust mehr mich am ersten Tag mit Jetlag durch die Sehenswürdigkeiten zu quälen. Im Nachhinein weiß man das Meiste eh nicht mehr, da das Gehirn einfach noch nicht bereit ist, gefühlt mitten in der Nacht, so viel aufzunehmen.

Es war nicht der erste Besuch in San Francisco, so hatte ich mir auch nicht viel vorgenommen und wollte das Meiste spontan angehen. Spontan hieß heute, dass ich viel zu müde war und aus dem Nickerchen ein längeres Schläfchen wurde. Bis um 22 Uhr. Nun war es auch zu spät noch etwas zu unternehmen. Ich zog mir schnell noch meine Schlafklamotten an und schlief weiter. Morgen ist ja auch noch ein Tag.

Übersicht Roadtrip - Naturwunder des Nordwestens

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