9. Tag - Olympic Nationalpark (Nord)

Roadtrip – Naturwunder des nordwestens

Endlich, endlich konnte ich zum ersten Mal in diesem Urlaub kurze Hosen anziehen. Heute hatte ich noch nichts geplant, ich wollte spontan entscheiden worauf ich Lust hatte. So trug es sich auch zu, dass ich auch wieder den Tag gemütlich startete. Ein schönes selfmade Breakfast im Hotelzimmer, dazu ein leckerer Kaffee. Das war ein angenehmer Start in den sonnigen Tag. Das Gepäck von gestern schleppte ich wieder das Stockwerk hinunter und lud es in den inzwischen sehr schmutzigen Nissan. Auf dem Weg nach Port Angeles hatte ich ein Schild zu den Marymere Falls gesehen.

Zufälligerweise hatte ich davon eine Postkarte gekauft, es wäre ja eigentlich unlogisch diese zu verschicken, wenn ich gar nicht da gewesen wäre. Also ging es erst mal wieder zurück nach Westen. Der Lake Crescent war natürlich am Tag noch farbenprächtiger als gestern. Ich hielt ein paar Mal in den Parkbuchten an. So sauberes Wasser sieht man selten, man konnte am Ufer bis auf den Grund sehen. Die Sonne strahlte mit uns um die Wette. Es war nicht heiß, aber sehr angenehm. Nach kurzer Zeit erreichte ich den Parkplatz beim Trailhead der Fälle. Dieser zeigte sich gerammelt voll, es war ja heute Sonntag und viele Einheimische machten einen Ausflug. Da ich weder wusste wie lang der Trail sich erstreckte, noch wie anstrengend er war, studierte ich kurz die Schautafel. Nicht mal 2 Meilen, das schaffte ich ja inzwischen locker.

Der Weg ging erst flach durch den Wald, der natürlich wieder sehr dem HOH Rainforest ähnelte. Ich frage mich, warum denn alle diesen HOH nur sehen wollen, es sieht doch hier überall fantastisch aus. Dann wurde es etwas steiler, als ich einen Fluss auf einer hübschen Holzbrücke überquerte. Der letzte Anstieg war zwar anstrengend aber nicht mehr weit. Wasserfälle haben immer den Vorteil, dass man sie schon hört und ungefähr weiß, wie weit man noch von Ihnen entfernt ist. Da waren sie, die Marymere Falls. Auf der Postkarte fand ich sie schöner, ich stand nämlich genau in der Mittagssonne. Alle Bäume waren im Licht, die Fälle im Schatten. Es drängelten ein paar Fotografen am Viewpoint. Es war sehr eng hier und man muss schon sehr aufeinander Rücksicht nehmen.

Ich stieg etwas höher, und siehe da, von oben war der Fotospot dann doch noch besser. Ich kam mit einem Paar ins Gespräch, das von San Francisco nach Port Angeles gezogen ist. Sie sagten mir, dass sie erst Zweifel wegen des Wetters hatten, aber es jetzt keine Sekunde mehr bereuen hier hoch gezogen zu sein. Kann ich verstehen, wenn ich mir die Landschaft hier so ansehe. Nach dem netten Gespräch machte ich mich wieder auf den Weg zurück, dies ging deutlich schneller. Am Parkplatz gab es dann ein kurzes Kaffeepäuschen. Meine Thermokanne hielt nicht mehr richtig warm, daher musste ich meine Brühe ja schon am Vormittag leer machen. Zudem war sie nicht mehr richtig dicht.

Ich hatte zu Hause von den Sol Duc Falls gelesen, dort wollte ich noch hin. Die Abzweigung hatte ich auch schon am Tag zuvor gesehen, dass es aber von der Entrance Station noch so weit ist, hätte ich nicht gedacht. Durch die Geschwindigkeitsbegrenzung sind es gute 45 Minuten bis man am Trailhead ankommt. Dort waren nicht so viele Autos und ich startete die Wanderung. Diese war etwas länger, aber auch nicht schwierig. Eigentlich brauchte ich auch nur so lange weil es immer was zu fotografieren gab. Wieder erwartete ich, dass zwischen den Felsen und Bäumen Fabelwesen zum Vorschein kommen würden, so verzaubernd war dieser Wald. Ich unterhielt mich mit einer Dame, die ebenfalls an der Stelle fotografierte wie ich.

Sie gab mir den Tipp den Lovers Lane Trail hinter den Sol Duc Falls ein Stückchen weiter zu gehen, dort wäre wohl auch noch ein kleinerer, aber hoher Fall. Erst mal wollte ich aber die Sol Duc Falls sehen. Dort kam ich schnell an und staunte. Hatten ich ja schon viele Wasserfälle die letzten Tage bestaunen können, diese waren wieder anders. In drei Fällen stürzte sich der Sol Duc Fall zwischen moosbewachsenen Felsen hinab. Man konnte direkt über eine Holzbrücke kurz vor den Fällen den Sol Duc River überqueren. Ein tolles Spektakel. Es waren leider viele Fotografen unterwegs, besonders einer blockierte die ganze Zeit einen kleinen Felsabsprung und machte hunderte Fotos mit seiner kleinen Digitalkamera.

Ich meine, Kamera hin oder her, aber man sollte schon mal ein paar andere auch an den Platz lassen. Irgendwie war es mir gerade recht, ich ging ein paar Meter weiter zum Fluss hinab und fand einen interessanteren Spot. Nach einer kurzen Pause wanderte ich weiter zum Lovers Lane Trail. Es war schon später als gedacht, da ich sehr getrödelt hatte, so hielt ich schon ungeduldig nach den versprochenen Fällen Ausschau. Nach ein paar Minuten sah ich sie endlich. Es hatte sich wirklich gelohnt. Nach ein paar Fotos kam mir eine Gruppe Pfadfinder entgegen. Das war ein Zeichen, ich brach auch auf, aber immer darauf bedacht, hinter den Pfadfindern zu gehen, denn die hatten ihren schnellen Marschschritt drauf. Die waren ja auch noch jung.

Am Parkplatz packte ich endlich meine Kühlbox an einen der Picknicktische aus und genehmigte mir ein spätes Mittagessen. Sandwiches mit Kartoffelchips. Weintrauben waren auch noch da. Wie bereits vorher erwähnt, nach so einer Wanderung schmeckt das Essen einfach super. Es war schon später Nachmittag als ich zusammenpackte und das Sol Duc Valley verließ. Ich frage mich warum das Sol Duc Valley manchmal Sol Duck wie Ente, und manchmal mit c geschrieben wird. Ich hab mir das mit C angewöhnt. Kurz vorm Parkexit sahen ich noch mitten am Straßenrand ein schwangeres Reh äßen. Es ließ sich auch schön fotografieren, leider hatte ich aus dem Auto keine ruhige Hand. Schade.

Mein heutiges Hotel befand sich in Seattle. Ich überlegte, ob ich die Fähre nach Seattle nehmen sollten, oder unten rum über Land fahren. Ich hatte keine Ahnung wie so “Fährefahren” funktionierte, aber ich gab einfach mal Seattle ins Navi ein. Das Navigon schickte mich nach Kingston. Ab da sollte ich die Fähre nach Edmonds nehmen. Augen zu und durch dachte ich mir, so schwer konnte das nicht sein. Das war es auch nicht, man konnte ja nur in eine Richtung fahren. Ich bezahlte fünfzehn Dollar und reihte mich ein. Nach zehn Minuten sah ich die Fähre auch schon einfahren. Ich freute mich, denn ich liebe Boots- und Schiffsfahrten. Kurze Zeit später fuhr ich auch pünktlich auf das Schiff. Ich war ganz aufgeregt.

Die Überfahrt sollte nicht mal eine halbe Stunde dauern. Die Zeit verging sowieso viel zu schnell. Ich ging auf das obere Deck nach draußen. Die Sonne war gerade dabei hinter Kingston unterzugehen und tunkte die Landschaft in ein sattes Orange. Als ich so am Fotografieren war, fiel mir auf einmal ein schwarzer Fleck im Sucher auf. Was war das denn? Das fehlte jetzt auch noch. Ich kontrollierte die Bilder und den Live View, aber da war er glücklicherweise nicht zu sehen. Ich war zwar erleichtert, aber dennoch unsicher ob das eventuell doch Schäden mit sich bringt.

Daher beschloss ich nächsten Tag als erstes einen Fotoladen aufzusuchen. Heute musste die Kamera halt noch so taugen. Schon kam die Durchsage, dass man sich wieder ins Auto begeben sollte, wir waren nämlich schon fast in Edmonds. Nächstes Ziel: Kerry Park, Seattle. Das ist der Spot um die Skyline zu fotografieren. Nach einer guten dreiviertel Stunde kam ich auch an. Parkplatz? Fehlanzeige. Es waren glaub ich hundert Menschen an der Mauer, mit Blick auf die Skyline. Alle machten Fotos oder genossen einfach die Aussicht. Ich bekam ein paar hundert Meter weiter erst einen Parkplatz. Egal, auf die paar Meter kam es auch nicht an.

Es war noch nicht ganz dunkel, somit konnte man verfolgen, wie Seattle noch kurz von der Sonne angestrahlt wurde. Danach wurde der Himmel dunkelblau und dann schwarzblau. Ich war das erste Mal in Seattle, die Skyline gefiel mir schon mal außerordentlich gut. Neben mir war ein junges asiatisches Pärchen. Sie feuerte ihn immer an ein gutes Foto zu machen. Er hatte eine kleine EOS, aber kein Stativ. So konnte es nichts werden. Sie freute sich über jedes Bild, das einigermaßen nicht verwackelt war. Ich fragte ihn, ob er nicht mein Stativ benutzen wollte. Er guckte mich etwas verdattert an, aber gab mir seine Kamera anschließend. Kurzerhand schraubte ich diese auf das Stativ. Die beiden zeigten mir an, dass ich ruhig fotografieren sollte. Das war gar nicht so einfach, die Kamera war nämlich in koreanisch eingestellt. Da ich ein ähnliches Modell mal hatte klappte es aber. Ich machte ein paar Fotos und übergab den beiden ihre Kamera wieder.

Es waren nicht meine besten Bilder, aber die freuten sich wie ein Schnitzel. Also, nicht alle Asiaten sind doof. Wir unterhielten uns noch kurz über unsere Nationalitäten usw. Danach war ich müde. Mein Hotel, das ich über Priceline gebucht hatte lag etwas außerhalb in Tacoma. Über die Interstate war das Courtyard aber schnell zu erreichen. Das Abendessen bestand aus einem kurzen Stopp beim Wendys Drive Thru. Das Zimmer vom Courtyard gefiel mir ausgesprochen gut. Es war sehr groß und schön eingerichtet. Auf Priceline ist einfach Verlass. Ich suchte noch schnell einen Fotoladen der Kameras reparierte raus und ging dann auch ins Bett.

Übersicht Roadtrip - Naturwunder des Nordwestens

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Beginnend in New York, der Stadt die niemals schläft, geht es die Küste nach Norden, vorbei an schroffen Felsen, alten Häfen und natürlich vielen Leuchttürmen. Sportlich wird es im Fenway Park, dem ältesten Baseball Stadions der USA.

 

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