2. Tag - Joshua Tree Nationalpark

Roadtrip – Highlights des westens

Oh Mann, oh mann, 3 Uhr morgens. Bis vier wälze ich mich noch im Bett hin und her und beschließe dann aufzustehen. Ich habe Hunger und der Walmart hat schließlich 24 Stunden auf. Der Kaffee in der Rezeption schmeckt lecker und es gibt sogar Coffee Mate Vanilla dazu. Was will man  am frühen Morgen. Während eines wunderschönen Sonnenaufgangs, welche die Berge um Palm Springs orange anstrahlt, fahren wir zum nächst gelegenen Walmart und saugen erstmal America Supermarkt Flair ein. Draußen hat es bereits stattliche 40 Grad, im Walmart natürlich nicht. Was brauchen wir alles. Erstmal Frühstück von der Theke, ein großes Roastbeef Sandwich für Zwei, dazu Reeses Puffs, Milch, Campingteller und Besteck, Getränke, kurze Hosen weil zwei die ich dabei haben ein Loch haben, etwas Brot, Bier, etwas Obst und eine Abdeckplane für $ 2,80 für den Kofferraum.

Sehr gut, es ist halb 8 Uhr morgens und wir haben alle Einkäufe erledigt. Im Hotel frühstücken wir erstmal. Ich hatte vorher schon die Pool Area ausgecheckt und da wir noch genügend Zeit haben starten wir den Tag erstmal im kühlen Nass. Was soll man auch anderes bei den Temperaturen machen. Die Sonne brennt, der Pool ist warm und die Kolibris schwirren im Hotelgarten herum. Gegen halb 11 checken wir aus und ich stelle fest, dass ich tatsächlich schon braun geworden bin. Sehr cool. Die Fahrt dauert nicht lange, denn wir wollen dem Joshua Tree Nationalpark einen Besuch abstatten. In Twentynine Palms hole ich mir einen neuen Nationalparks Passport zum Stempeln, denn ich habe meinen schon wieder zu Hause vergessen. Toilette, Fehlanzeige, hier wird gerade umgebaut. Alternative? Ein Dixie Klo. Hat jemand Lust bei 45 Grad Außentemperatur ein Dixieklo zu benutzen? Nein? Ich auch nicht.

Zum Glück gibt es beim Rangerhäuschen an der Parkeinfahrt eine normale Toilette. Hinter uns, ein großer Reisebus. Na, dann weichen wir dem gleich mal aus. Wir fahren bis zum Parkplatz vom Trailhead des Hidden Valleys. Es tröpfelt und die Temperatur sinkt beständig. Gerade  als wir unsere Sachen zusammensuchen möchten bricht der Himmel auf und ergießt sich über uns. 

Na gut, wir bleiben erstmal im Auto. Das Frühstück ist schon länger her, daher machen wir erstmal Mittagspause mit Chicken und Nudelsalat. Dabei beobachten wir andere Besucher, die den Parkplatz ansteuern, kurz gucken und wieder fahren. Nach ca. 45 Minuten hat es aufgehört, wir ziehen aber trotzdem mal vorsichtshalber Regenjacken an.

Der Hidden Valley Trail ist nicht lang und lässt einen genüsslich ein Tal erkunden, welches wohl Viehdiebe früher als Versteck für die Rinder genutzt haben sollen. Den Eingang den wir zwischen zerklüfteten Felsen benutzen ist allerdings nicht von der Natur geschaffen, sondern wurde gesprengt. 1 Meile geht der Loop rund um das Hidden Valley und ist auch für ungeübte Wanderer leicht zu meistern. 

Die meisten Touristen die den Spot anfahren gehen nur bis zum eigentlichen Trailhead wo der Loop beginnt, machen Fotos und gehen wieder. Obwohl der Parkplatz als wir aufbrechen gut besucht ist, sind mit uns nur 4 andere Menschen auf dem Trail. Schon nach der ersten Biegung sehe ich auch gar keinen mehr, dafür grollt es am Himmel. Ein nächster Wolkenbruch kündigt sich an. Da sind wir in der Wüste und es regnet.

Die Temperaturen sind dafür aber sehr angenehm. In Regenjacken eingepackt geht’s erstmal weiter den Loop entlang. Das Regenwasser bahnt sich seinen Weg zwischen den Felsen hindurch und sammelt sich in großen Pfützen. Es sickert nicht ein. Schön sieht das alles aus, so nass. Viel kontrastreicher als immer so staubig. Zwischendurch verlauf ich mich, der Trail ist für mich nicht so klar, für andere aber schon. Nathalie pfeift mich zurück, während ich querfeldein spurte.

Am Trailhead wieder angekommen treffen wir wieder auf Menschen, die aber auch nicht den Trail gehen, nur wieder Fotos vom Eingang machen. Muss ich nicht verstehen, aber sollen sie da bleiben, dann hab ich wenigstens meine Ruhe. Ein Mann fragt mich, ob er mit FlipFlops da weiterkommt, und ob es da was zu sehen gibt. Sag ich, ja zu sehen schon, aber Schuhe würd ich schon anziehen. Der Regen hat sich verzogen, nur die dicken dunklen Wolken hängen noch am Himmel und bieten schönes Licht.

Wir fahren weiter zum Keys View. Das ist ein Viewpoint von dem aus man einen wunderschönen Blick auf das Coachella Valley hat. Ja genau, dort findet das große Coachella Festival statt, wo die ganzen Hipster-Insta-Influenzer und sonstige C und D Prominenz immer eingeladen sind. Ebenso sieht man die zwei höchsten Berge Südkaliforniens, Mount San Jacinto (3.302 m) und Mount Gorgonio (3.506 m). Rein phonetisch fühlen wir uns wie in Deutschland, ich glaube 9 von 10 Touristen sind hier Deutsche.

Aber das war uns klar, sind wir doch auf der einer Ersttäter-Tour unterwegs. Manche sind aber leider auch hier auf der Flucht. Wir nicht, wir gucken und fahren dann später zum Skull Rock. Die erste 12er Packung Dosen haben wir schon von vernichtet. Wir dachten ja, wir hätten Getränkevorrat für 1 Woche gekauft. Eigentlich wollten wir den Trail noch zur Wall Street Mill gehen, aber durch den Jetlag sind wir schon recht müde und haben nicht mehr allzu große Lust.

Die Sneakers haben wir auch schon gegen Badelatschen getauscht. Am Skull Rock ist wieder reges Treiben und jeder will sich natürlich mit dem totenkopfähnlichen Felsen ablichten lassen. So auch wir. Ungeduldige Fotografen gucken uns genervt zu wie wir Bilder machen, denen kann es nicht schnell genug gehen. Anstatt sich mit sich selbst zu beschäftigen glotzen sie uns einfach blöd an, ala, wir sollen mal Platz machen. Nathalie versucht Platz zu machen und rutscht im Schotter etwas den Fels hinab.

Da ist es passiert, der Ellbogen ist aufgeschürft, zum Glück ist nicht mehr passiert. Die Männer glotzen weiter blöd, anstatt zu helfen. Unglaublich. Jetzt haben wir genug und fahren zurück nach Twentynine Palms um den Nissan aufzutanken und auf einen Eiskaffee bei McDonalds. In diesem Ort laufen Gestalten rum, man munkelt ja, dass so manche Methheads sich hier ein neues zu Hause geschaffen haben, ja genau, so sehen die aus.

ch möchte hier echt nicht lange bleiben. Ebenso ist das so genannte Wonder Valley sehr dubios. Verfallene Hütten, bewohnte Barracken. Das Land hier wurde einmal an Siedler die willig waren hier zu wohnen verschenkt.  Wir wundern uns nur, wer hier in dieser Einöde überhaupt wohnen will. In einer Hütte, in der Wüste, aber anscheinend ist dieses Gebiet hier wohl in der Künstlerszene auf dem Vormarsch. Jedem das Seine. 

Auf der Amboy Road geht es erstmal 50 Meilen quer durch die Wüste. Nur selten kommt ein Auto entgegen. Kurze Zeit hat man einen wunderschönen Blick ins Tal. Gut, dass ich vollgetankt habe, auf dieser Strecke möchte man keine Panne haben. Wir erreichen Amboy. Bestehend aus einer Tankstelle, dem berühmten Movieset Motel und einem Kaffee. Wir sind müde, machen ein Foto und fahren jetzt die Route 66 weiter Richtung Laughlin.

Oh nein, gesperrt. Wir folgen der Umleitung Richtung Interstate. Es dämmert als wir die Ausfahrt nehmen und es ist dunkel als wir die Stadtgrenze Laughlins erreichen. Little shabby Vegas würde ich dieses Städtchen nennen. Warum übernachten wir hier? Ehrlich? Weil’s billig ist. Das Golden Nugget hostet uns für 30 Euro pro Zimmer, inkl. 5 Dollar Table FreePlay. Das Zimmer ist ganz okay, altbacken, wie ganz Laughlin. Aber es ist sauber, stinkt nicht, da wäre Meckern auf hohem Niveau. 

Ach ja, ein Bubba Gump befindet sich noch in der Hütte, unten am Colorado River, an dem das Hotel liegt. Hunger haben wir keinen. Für unseren Körper ist schon lange Schlafenszeit. Dennoch geht’s kurz ins Casino, das Freeplay will schließlich verzockt werden. Beim Craps werden aus 5 Dollar 25 gemacht, danach habe ich keine Lust mehr. Viel zu müde. Oh doch, ein Eis geht noch. Ein bisschen Food Network im Bett schauen und schon dümpeln wir ins Traumland.

Übersicht Roadtrip - Highlights des Westens

Folge uns online

Erfahre als erstes Updates und Neuigkeiten über uns.

Kommt mit uns auf einen 25 tägigen Roadtrip von Seattle bis Las Vegas. Jede Menge Natur Schauspiele der Extraklasse haben uns erwartet. 

Ab San Francisco geht es in den Norden bis zur kanadischen Grenze. Wilde Wasserfälle, Gletscher begleiten diese Reise bis zum Yellowstone Nationalpark und Las Vegas.

 

Von New York aus machen wir eine Rundreise an der Ostküste. Washington DC bis zu den Niagara Fällen. Von dort aus fliegen wir in die Sonne nach Florida.