4. Tag - Grand Canyon Nationalpark

Roadtrip – Highlights des westens

Gegen 5 Uhr sind wir wieder hellwach. Man hat sich einigermaßen an den Geruch gewöhnt, dennoch schauen wir, dass wir schnell unsere Sachen zusammenpacken. Um schnell weiterzufahren haben wir eh nicht viel ausgepackt. Frühstück ist hier inklusive und wir gehen rüber in den separaten Frühstücksraum. 

Eine Erleichterung, das Frühstück ist im Gegensatz zum Hotel richtig lecker. Der Mitarbeiter bereitet frisch gebackene Waffeln zu, es gibt Rührei und Kartoffelecken. Das Toastfließband ist richtig eingestellt und so bleiben wir doch noch etwas länger als geplant. Gegen kurz nach acht schleppen wir wieder unser ganzes Gepäck die wackelige Moteltreppe hinunter und verladen es in den Nissan.

Heute geht es zum Grand Canyon. Ich freue mich irgendwie nicht unbedingt darauf, meine letzten Besuche waren durch die extreme Anzahl an Besuchern nicht gerade berauschend. Wir nehmen die 180 nach Norden und biegen nach knapp 45 Minuten auf die 64 ab. Die vielen Pinien des Cococino National Forests säumen links und rechts der Straße den Weg. Je höher wir kommen, desto mehr beginnt sich die Landschaft zu verändern. 

Aus schönen Pinien werden große Weideflächen. Immer mal erblicken wir einige Kühe auf großen Wiesen und auch mal ein paar Rehe. Nicht unbedingt ein Scenic Highway die Fahrt da hoch, aber es gibt Schlimmeres. Schon tut sich der kleine Ort Tusayan vor uns auf und das bedeutet, der Grand Canyon ist nicht mehr weit. Hier reihen sich Hotels an Hotels und dies lässt schon erahnen, dass sich einige Besucher am South Rim befinden werden.

Es ist noch früh, daher haben wir Glück und müssen am Eingangshäuschen nicht lange warten. Der Nationalparkspass, den wir noch von Florida letztes Jahr hatten, spart uns die $ 30 pro Auto. Wir bekommen eine Karte und Nathalie guckt schon mal, was wir so machen können, was ich noch nicht gesehen habe. Da fällt mir direkt ein: Hermits Rest. In Peak-Monaten kann man den letzten Stopp am Westende des befahrbaren Nationalparks nämlich nur mit einem Shuttle erreichen. Gut, das war dann beschlossene Sache. Als erstes biegen wir aber am Visitor Center ab und sehen gleich ein Schild, dass der Hauptparkplatz komplett voll ist. Wir fahren trotzdem drauf, er ist gar nicht voll, das Schild steht wohl momentan immer da. Wir parken direkt vorm Aufgang zum Rim.

Hinter dem Geländer tut sich die weite Schlucht vor uns auf und beeindruckt wie immer. Ein lebensmüdes Pärchen ist abseits der Absperrung auf ein kleines vorgelagertes Plateau geklettert und schwenkt die Wales Fahne. Ich kann gar nicht hinsehen, wie kann man nur so leichtfertig für Fotos sein Leben aufs Spiel setzen. Anderen Besuchern neben mir geht es genauso. Wir machen lieber Fotos vor der Absperrung, die sind zwar nicht ganz so dramatisch aber genau so schön. Da es noch früh ist, ist der Viewpoint nicht sehr voll und man kann in Ruhe den Ausblick genießen. Vor dem Visitor Center gibt es Schautafeln mit allen möglichen Trails, von Leicht bis Schwer. Einige Besucher sind in kompletter Wanderkluft unterwegs, die werden wohl heute noch den ein oder anderes Trail antreten. Für mich bei dieser Hitze kaum vorstellbar, wir haben locker 34 Grad in der Sonne.

Nach einem kurzen Stopp im Visitor Center um mein Büchlein zu stempeln, fahren wir Richtung Shuttle, welches uns nach Hermits Rest bringen soll. Dort angekommen parken wir etwas die Straße hinauf bei der Maswik Lodge. Das rote Shuttle steht schon bereit und wir steigen ein. Eine deutsche Familie hinter uns diskutiert die ganzen 20 Minuten bis hoch zu Hermits Rest, wie sie jetzt nun am besten und schlausten die Viewpoints abgehen, um wieder zurück mit dem Shuttle zu kommen.

Zurück stoppt dieses nämlich nicht an allen Haltestellen, wie bei der Hinfahrt. Naja, ich mein, man kann eigentlich von jedem Stopp auch wieder zurück fahren, man muss nur eben kurz in die falsche Richtung fahren, aber das behalte ich für mich. Wir entscheiden uns, wir gehen einfach am Rim entlang, so lange wir Lust haben. Hermits Rest war etwas enttäuschend. Hier hat sich ein gewisser Louis Boucher niedergelassen und lebte einige Jahre allein. „Hermit“ – „Eremit“, logisch. 

Die Menschen die mit uns im Shuttle waren kommen nicht mit uns mit, wir gehen allein wieder Richtung Osten, und es dauert nicht lange, da haben wir schon die erste Bank für uns allein. Keine Menschenseele. So hatte ich den Grand Canyon noch nie erlebt. Man hört sogar die Stromschnellen des Colorado Rivers bis hier hoch rauschen. Gemütlich schlendern wir am Rim entlang und genießen die sich immer verändernden Ausblicke. Man kann sogar an der Pflanzenwelt das Verändern der Höhenlage sehen. 

Meistens geht es bergab, manchmal ein bisschen bergauf.  Der Trail ist bis auf ein paar Stellen gut erschlossen, oft mit Asphalt. Immer wieder findet sich ein schönes Plätzchen zum Verweilen. Im Norden brauen sich mehrere Gewitter zusammen. Aus dunklen Wolken schießen im Sekundentakt Blitze. Oh Oh, hoffentlich zieht das nicht hier rüber! Man hört es donnern und sieht den Regen der sich am NorthRim entlang ausbreitet. Aber hier ist Sonnenschein.

Nach 7 Kilometer ist unser Getränkevorrat aufgebraucht und wir haben keine Lust mehr. Schließlich  müssen wir ja heute noch ein Stückchen fahren und Hunger haben wir oben drein. Das Shuttle will uns aber nicht mitnehmen, voll. Na toll, es will auch keiner aussteigen. Müssen wir eben auf das Nächste warten. Ob der auch so voll ist? Wir hoffen nicht, sonst stecken wir hier etwas fest. Gut, dass wir so früh da waren. 

Das nächste Shuttle lässt nicht lange auf sich warten, und es steigen sogar ein paar Menschen aus. Es geht zurück zum Pima Point, von da aus sind wir schnell wieder am Ausgangspunkt. Am jetzt sehr vollen Visitor Center vorbei fahren wir ein kleines Stück nach Osten und biegen dann an einem Picknickplatz ab. Jetzt erstmal etwas essen. Viel ist nicht mehr da, ein bisschen Toast, Belag und wir begnügen uns mit unseren Cornflakes, die gehen immer.

Mein oberer Arm brennt, na toll, hab ich nicht in der halben Stunde auf dem Picknickplatz einen Sonnenbrand bekommen, das kann doch nicht wahr sein. Wird Zeit zum Weiterfahren, wir wollen schließlich heute in Page übernachten. 

Einen kurzen Halt machen wir noch am Desert View Point und schauen nochmal in den Canyon. Der Watchtower ist überfüllt, daher gehen wir gar nicht erst hoch. Nun geht’s aus dem Park, dahinter noch ein obligatorisches Schild-Bild und schon sind wir auf voller Fahrt Richtung Page.

ie Strecke entlang des Little Colorado Rivers ist sehr schön, denn hier kann man gut erkennen, dass wir uns auf einem Plateau befinden und der Canyon nur eine Schlucht darin ist. Alles flach, mit Loch. Oh, was ist das denn? Polizei. Am Rand brennts, und die Feuerwehr macht das Feuer aus. Smokey hat uns ja vorher schon vor Extreme Wildfire Danger gewarnt, da hat wohl doch einer eine Zigarette raus geschmissen, die Feuerwehr ist immer noch am Löschen.

Tragisch sieht das Ganze nicht aus. Bei Cameron geht’s auf die 89 und die Landschaft verändert sich wieder. Die Felsen werden röter, die Bäume verschwinden. Immer wieder faszinierend wie schnell das hier geht. Eine Stunde unterwegs, und schon sieht es komplett anders aus. In Page beginnt gerade die Sonne unterzugehen und wir beschließen kurz noch Richtung Wahweep Marina zu fahren und den Lake Powell umrandet von den schön angestrahlten roten Felsen zu genießen.

Der Nationalparkpass ist auch hier gültig und wir müssen keinen Eintritt bezahlen. Im Hintergrund sieht man das Navajo Kraftwerk, rechts den Glen Canyon Dam und links die Marina. Ein paar Boote sind noch in der Dämmerung unterwegs, ansonsten ist es sehr ruhig. Unser Hotel heute ist das Page Boy Motel. Es ist Labor Day am Montag, genau so sahen auch die Preise in Page aus. 

130 Euro müssen wir hier pro Nacht hinblättern. Von außen sind wir etwas geschockt, das Hotel sieht aus wie ein Self Storage. Blaue Türen nach außen, nur die Zimmernummer lässt es als Hotel erkennen. Okaaaaaaaaaay, wir checken mal ein. Als wir das Zimmer betreten macht sich Erleichterung breit. Nach dem Reinfall von gestern kann es ja nur noch besser werden.

Das Zimmer ist zwar nicht groß und einfach eingerichtet, aber wenigstens stinkt es nicht und es ist sauber. Es gibt Free Wifi und da unser Zimmer direkt an der Rezeption liegt, funktioniert es auch super im Zimmer. Der Innenhof ist sehr schön gestaltet, mit vielen Sitzmöglichkeiten, zwei Grills und einem Pool. Hier kann man es aushalten, rechtfertigt dennoch nicht diesen hohen Preis. 

Page ist in den letzten 15 Jahren echt ein Hotspot für Touristen und Abenteurer geworden und auf jeder Südwest-Pauschal-Reise Teil des Programms. Das fällt uns auch sehr auf dem Weg zu Taco Bell auf. An jeder Ecke werden Hotels hochgezogen. Ob das jetzt gut oder schlecht ist kann ich grad nicht sagen. Mehr Konkurrenz bedeutet bessere Preise, dennoch mehr Hotels bedeutet auch mehr Besucher.

Lebt diese Gegend nicht von ihrer Einsamkeit? Bei Taco Bell gibt’s erstmal den Craving Deal für $ 5. Alle Angestellen sind Natives, sie sind sehr freundlich und bereiten das Essen schnell zu.  Der Craving Deal besteht aus einem Bean Burrito, Nachos mit Käse, einem Doppeldecker Taco (Hard Taco im Soft Taco) und einem normalen Taco, dazu ein Fountain Drink. 

Mmmmmmh, sehr sehr lecker und man ist auf jeden Fall satt danach. Wir besorgen bei Safeway noch schnell Waschmittel und Weichspüler und fahren dann zurück zum Page Boy Motel. Mit Berieselung von Food Network lässt sich im Bett gut entspannen und wir schlafen schnell 

Übersicht Roadtrip - Highlights des Westens

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Kommt mit uns auf einen 25 tägigen Roadtrip von Seattle bis Las Vegas. Jede Menge Natur Schauspiele der Extraklasse haben uns erwartet. 

Ab San Francisco geht es in den Norden bis zur kanadischen Grenze. Wilde Wasserfälle, Gletscher begleiten diese Reise bis zum Yellowstone Nationalpark und Las Vegas.

 

Von New York aus machen wir eine Rundreise an der Ostküste. Washington DC bis zu den Niagara Fällen. Von dort aus fliegen wir in die Sonne nach Florida.