USA Highlights des Westens – Tag 6 – Cottonwood Canyon Road

6. Tag - Cottonwood Canyon Road

Roadtrip – Highlights des westens

Es klingelt der Wecker und in diesem Moment wünsche ich mir, der Jetlag hätte noch etwas länger vorgehalten. Viertel nach sechs, eine etwas ungemütliche Zeit im Urlaub aufzustehen. Beim Gedanken an den vollen Parkplatz beim Horseshoe Bend von gestern, spring ich aber dann doch aus dem Bett. Frühstück und auch der Kaffee muss warten. Wir werfen ein paar Dosen in den Rucksack, schultern die Kamera und fahren auf dem schnellsten Weg zum Horseshoe Bend.

Dort kommen wir auch nach ein paar Minuten an. Wer jetzt denkt, wir sind hier alleine, oder nur mit ein paar Besuchern unterwegs, der irrt. Geschätzt über 40 Autos sind schon vor Ort. Es ist unglaublich was sich hier in den Jahren getan hat, es sind hier sogar Müllstationen aufgebaut. Wir stapfen den Anstieg nach oben bis zum Pavillon und trauen unseren Augen nicht als wir nach unten blicken. An der Klippe steht nicht tatsächlich eine komplette Hochzeitsgesellschaft.

Diese ist allerdings zum Teil schon wieder auf dem Weg nach oben. Trauzeugen im Anzug und in Wanderschuhen, Brautjungfern tragen die HighHeels in den Händen und watscheln in Flip Flips den sandigen Hügel hinauf. Wir gehen nach unten, dort wo das Brautpaar noch eine Fotosession macht. Es sind auch bereits jede Menge anderer Besucher auf den Beinen und posieren in den wildesten Stellungen am Abhang. Mir wird ganz schlecht, es wäre nicht das erste Mal, dass hier einer nach unten stürzt.

Der Horseshoe Bend liegt zum Teil im Schatten und ist dadurch nicht gerade fotogen. Dennoch mildert das in keinem Fall, dass man sehr beeindruckt von den Tiefen hier ist. Wir setzen uns etwas abseits des Abhangs und beobachten die Menschen. Ist fast besser als Fernsehen. Die Sonne heizt bereits um diese frühe Morgenstunde kräftig und wir beschließen zurück zum Hotel zu fahren um zu frühstücken. Schließlich wollen wir Page ja heute verlassen. Der Weg zurück ist so sehr platt getreten, dass man kaum noch losen Sand auf dem Boden hat. So ist der Aufstieg weniger beschwerlich.

Zurück im Hotel stärken wir uns im Innenhof mit Waffeln, Cornflakes und Bananen. Danach packen wir gemütlich zusammen und verlassen das Page Boy Motel. Am Glen Canyon Dam machen wir allerdings schon einen kurzen Stopp. Ich brauche ja noch einen Stempel für meinen Passport. Da Nathalie ja noch nie hier war, gehen wir auch hinter das Gebäude und blicken die Talsperre nach unten. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass so ein Bauwerk, so eine riesige Menge an Wasser im Zaum halten kann. Nachdem ich mein Büchlein gestempelt habe, frage ich eine Rangerin, ob es heute möglich ist die Cottonwood Canyon Road nach Norden zu fahren.

Da es die letzten Tage extrem heiß und trocken war, sah ich kein Problem, aber sicher ist sicher. Die Rangerin sah dies genau so wie ich. Kein Problem meinte sie, allerdings sollen wir aufpassen, falls es doch regnet. „Use your common sense.“ Ja, das werden wir tun. So passieren wir nach ein paar Meilen bereits die Grenze zum Staat Utah und verlieren eine Stunde, da hier schon die Mountain Time herrscht. Eine knappe halbe Stunde und 27 Meilen später setze ich den Blinker und biege in die Cottonwood Canyon Road ein.

Die Straße ist leicht zu fahren, etappenweise aber auch mit etwas rumpelndem Waschbrettboden. Da ist es auch schon passiert, der Nissan beginnt auseinander zu fallen. Keine Sorge, es ist nur der Rückspiegel der sich verabschiedet. Wir legen ihn bei Seite, den brauchen wir jetzt eh nicht. Ah, was ist das! 

Zwei Dickhornschafe überqueren die Straße und bleiben neugierig etwas weiter stehen. Wir beide sind genau so neugierig und stoppen den Wagen. Die Schafe gucken und wir gucken. Schließlich wird es den beiden glaube ich zu blöd und sie verschwinden den Berg hinauf. Wir fahren weiter und gelangen zu immer schöner werdenden Landschaften.

Während die Landschaft am Anfang noch gräulich war, fängt der Boden und der Sand an plötzlich die Farbe in rot-orange zu wechseln. Man kann wunderbar an den Formationen neben der Straße die verschiedenen Sedimentschichten erkennen. Immer wieder geht es nach oben und man hat einen herrlichen Blick über den wilden Westen. Ein etwas größerer Anstieg fordert dem Wagen einiges ab, ich sollte ihn wohl manuell schalten. Ja, das war eine gute Idee, so geht es besser.

Nach einer wunderschönen Panoramafahrt gelangen wir an den Abzweig zum Grosvenor Arch. Den wollen wir natürlich etwas genauer ansehen. Ein Auto steht auf dem Parkplatz, der Mann dem es gehört, kommt aber schon wieder zurück. Somit sind wir ganz allein hier. Der kurze Weg zum Arch ist komplett geteert und auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Dieser Arch ist über 46 m hoch und wurde nach dem Präsidenten der National Geographic Society Dr. Gilbert Grosvenor benannt. Wieso? Ich habe keine Ahnung. Dennoch ist diese große Naturbrücke sehr beeindruckend.

Man kann wohl auch nach oben klettern, dazu müsste man um den Felsen gehen, dies machen wir natürlich nicht. Der Blick von unten ist aber nicht minder schön. Aber was soll man Ewigkeiten „Ärche“ gucken, wir fahren jetzt weiter, allerdings nicht ohne das Toilettenhäuschen am Parkplatz zu benutzen.

Die letzte Etappe der Cottwonwood Canyon Road ist schnell geschafft. Dass wir hier so schnell im Norden sind, damit hätten wir nicht gerechnet. Wir haben eine Nacht in Cannonville gebucht und daher noch den halben Tag vor uns.

Da kommt uns der Kodachrome State Park gerade recht. Hier gilt der NP-Pass nicht, und wir entlöhnen erstmal $ 8 Eintritt und erhalten eine Karte. Ich war null vorbereitet und hatte keine Ahnung, was man in diesem Park so alles sehen kann. Shakespeare Arch, ah! Von dem hatte ich mal irgendwo gelesen. 

Der State Park beherbergt über 70 von der Natur geschaffene Monolithen. Die Karte ist wunderbar übersichtlich und man kann sich zwischen einfachen und schweren Wanderungen entscheiden. Wir nehmen mal einfach eine „medium“-Wanderung und da uns der Grosvenor Arch doch ziemlich gut gefallen hat, gehen wir gleich zum nächsten.

Der Park ist nicht groß, somit ist der Trailhead schnell erreicht. Wenn man will kann man auch den Sentinel Trail als Loop gehen, der allerdings mehrere Kletterpassagen beinhaltet, oder man kehrt, wie wir, am Arch einfach wieder um. Mal wieder sind wir ganz allein hier, daran könnte ich mich gewöhnen. Ein schöner Wanderweg schlängelt sich durch die roten Steine und bietet einem brillante Ausblicke. 

Nach einer viertel Stunde sehen wir auch schon den Arch, der sich zwischen zwei hohen Felswänden erstreckt. Ich bin etwas enttäuscht, wenn man mal im Arches Nationalpark war, hat man eventuell etwas höhere „Archsprüche“. Viel mehr gefällt mir der der Weg, daher ist der Arch Nebensache.

Am Auto zurück fahren wir den kurzen Weg zum Chimney Rock. Der steht einfach so auf dem Weg, irgendwie sieht es echt aus, als hätten die den da einfach hingestellt. Rings herum ist alles Flach. Die Sonne knallt mal wieder, schön dass der Park sehr übersichtlich ist.

Der Angels Palace Trail wäre auch noch interessant zu laufen gewesen, aber uns ist es gerade wirklich etwas zu heiß. Somit drehen wir nur noch eine kleine Runde auf dem Nature Trail und fahren dann zu unserem Hotel nach Cannonville.

 

Von außen sieht das Grand Staircase Inn nicht gerade ansprechend aus. Die Rezeption befindet sich in einer Tankstelle, allerdings sind wir positiv überrascht, als wir es geschafft haben die Koffer in die zweite Etage zu schleppen. Ein sauberes sehr sehr großes Zimmer mit enorm hohen Decken. Wir haben noch Hühnchen in der Kühlbox und essen zu Abend.

Allerdings ist uns beide etwas schlecht, lag wohl an der Anstrengung in der Sonne. Die Sonne geht gerade unter und hüllt die umstehenden Felsen in sattes Rot. Wunderschön. Wir genießen die Kühle der Klimaanlage und gucken noch American Ninja Warrior. Ein schöner Tag geht zu Ende.

Übersicht Roadtrip - Highlights des Westens

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Kommt mit uns auf einen 25 tägigen Roadtrip von Seattle bis Las Vegas. Jede Menge Natur Schauspiele der Extraklasse haben uns erwartet. 

Ab San Francisco geht es in den Norden bis zur kanadischen Grenze. Wilde Wasserfälle, Gletscher begleiten diese Reise bis zum Yellowstone Nationalpark und Las Vegas.

 

Von New York aus machen wir eine Rundreise an der Ostküste. Washington DC bis zu den Niagara Fällen. Von dort aus fliegen wir in die Sonne nach Florida.