USA Roadtrip – Nordwest bis Südwest – Tag 4 – Sol Duc Falls

4. Tag - Olympic Nationalpark Nord

Roadtrip – NORDWEST NACH SÜDWEST

Und schon ist der nächste Morgen da und unsere Tage in Seattle sind zumindest für diesen Urlaub gezählt. Im Nachhinein betrachtet ist die Wahl des Best Western Alderwoods einfach klasse gewesen. Tolle Zimmer und super Frühstück. Die Lage neben der Mall für uns persönlich einfach toll und die Fahrt in die Innenstadt war auch vollkommen in Ordnung. Einen Vorteil hat das Hotel im Übrigen noch, die direkte Lage zur Fähre in Edmonds. Denn heute geht es für uns in den Olympic Nationalpark. Das Fährterminal ist keine zehn Minuten vom Hotel entfernt. Somit können wir noch in Ruhe Frühstücken, zusammenpacken und dann los düsen.

An einer der nächsten Tankstellen füllen wir zum ersten Mal Benzin auf. Google Maps navigiert uns zielsicher in Richtung Fähre. Leider steht hier ein Schild mit einer Umleitung zur Fähre, dem folgen wir. Jetzt sind wir mitten in einem Wohngebiet mit richtig chicen Häusern gelandet. Hier zu wohnen, dagegen hätten wir ja wirklich nichts. Ein großes Reh überquert ungeniert die Straße und lässt uns mit verblüfften Blicken hinterher schauen. Jetzt aber weiter, Richtung Fähre. Wir gelangen wieder an die Hauptstraße und biegen links ab. Ja, jetzt sind wir wieder richtig. Mir war beim Abbiegen gerade nicht bewusst, dass sich jetzt hinter uns eine Reihe an Autos befindet.

Aber das macht mir gerade die Dame hinter uns lauthals bewusst. Sie zetert und hupt hinter uns, so dass ich mich gezwungen sehe die Türe aufzumachen und nach dem Rechten zu fragen. Jetzt schreit sie mich an und beleidigt mich wüst. Ich solle gefälligst sofort hier weg fahren, sie würde ja schließlich schon über zwei Stunden in der Schlange warten. Mist, jetzt erschließt sich mir auch, warum vorhin die Umleitung gesetzt war. Heute ist Sonntag, daher wollen viele Stadtbewohner sicherlich auf die Olympic Halbinsel um ein bisschen zu Relaxen. Das hat die Dame bitter nötig, denn sie regt sich so sehr über uns auf, dass ihr auch meine Entschuldigung völlig egal ist. Wir sollen uns einfach nur verpissen.

Da ich an ihrer Stelle natürlich auch nicht über Vordrängler amüsiert wäre, nehme ich die linke Spur und fahre an den wartenden Autos vorbei. Eine Mitarbeiterin der Fährgesellschaft lotst uns dann wieder über eine Straße zurück. Wir suchen das Ende der Schlange, und als wir letztendlich dort ankommen, fahre ich einfach weiter. Ich habe keine Lust mehr. Wenn es stimmt, dass sie da über zwei Stunden gewartet hat, frage ich mich persönlich, wieso sie nicht einfach den Landweg genommen hat. Google spuckt als alternative Route 2,5 Stunden Fahrt nach Port Angeles aus, wenn wir südlich fahren. An Seattle sind wir schnell vorbei, und wir verlassen in Tacoma die Interstate auf die Route 16 wieder Richtung Norden.

Es ist eine ganz schöne Gurkerei über den Highway, viel Interessantes sieht man nicht wirklich. Ich kann es Nathalie nicht verübeln, dass sie vor ein paar Minuten eingeschlafen ist. Wälder, Grasfelder, kleine Dörfer, mehr gibt es hier nicht zu sehen. Bei Port Gamble gibts endlich mal was zu Gucken, nämlich eine lange Brücke, über die wir den Hood Canal überqueren. Eine Stunde sind es jetzt noch nach Port Angeles. Die reiß ich auch noch runter, und bin froh, als wir die Stadt endlich erreicht haben.

Wir fahren direkt durch zum Visitor Center des Nationalparks. Dieses wird gerade umgebaut, die Aussicht auf Toiletten wird wohl nichts. Wir kaufen den Annual Pass und stempeln unser Büchlein. Das Toilettenproblem besteht weiterhin, es gibt nur mobile Toiletten auf dem Parkplatz. Im Grunde bin ich da gar nicht empfindlich mal auf ein Dixie Klo zu gehen, aber allein beim Öffnen der Tür, winkt mir die Notdurft meines Vorgängers entgegen. Tür zu! Ekelhaft. Die Dinger sind sowas fällig zum Leeren.

Wir fahren also kurz zurück in die Stadt zu McDonalds und nehmen dann gleich den 101 Richtung Westen. Ich bin froh, dass wir hier Ende Mai sind und es nicht früh dunkel wird. Es ist schon Nachmittag und der Tag wäre sonst gelaufen gewesen. Da wir heute nur im Auto saßen, entschließen wir uns für die kleine Wanderung zu den Sol Duc Falls. Am Lake Crescent vorbei geht es, aufgrund der vielen Baustellen, langsam aber stetig voran. Bis wir den Trailhead erreichen, vergehen also locker wieder 45 Minuten.

Das Wetter hatte sich so gut gehalten, von Sonne bis Nieseln hatten wir alles dabei. Was passiert aber genau im Augenblick als wir den Parkplatz erreichen? Es fängt an zu schütten, aber so richtig. Nun gut, gegessen haben wir noch nichts, also machen wir mal im Auto Brotzeit. Am Trailhead gibt es zwar Picknick Tische, aber die sind leider nicht überdacht. Gott sei Dank, der Regen lässt nach.

Der Weg zu den Fällen befindet sich direkt im Wald, daher ist es nicht ganz so schlimm wenn es ein bisschen regnet. Nicht mal eine Meile gehts durch bemooste Bäume einen tollen Trail entlang. Immer wieder halten wir an und bestaunen den Regenwald. Es sind nicht viele Menschen unterwegs, und es umgibt uns eine wundersame Stille. Wir hören nur den Regen und das Wasser. Je näher wir den Wasserfällen kommen, desto deutlicher hört man sie rauschen. Und da sind wir auch schon. Die Sol Duc Falls teilen sich in drei Fälle, die sich eindrucksvoll in eine kleine Schlucht ergießen. Ich packe meine Kamera aus. Stativ war ich zu faul mitzunehmen, aber meinen Gorilla Pod hab ich dabei.

Leider ist mein Platz besetzt von einem Fotografen der auch nach 20 Minuten Warten nicht weg geht. Man muss erwähnen, der Spot, von dem die Fälle am attraktivsten aussehen ist ein kleiner Vorsprung kurz über den Fällen. Wie ihr wisst, ich bin nicht schwindelfrei, aber ich klettere kurz runter um ihn zu fragen, ob er noch lange braucht. Ich will ja eh nur 2 Bilder machen, die Settings hatte ich während der Wartezeit sowieso schon eingestellt. Ja, er macht mir Platz und geht nach oben. Nicht bevor er mir noch erklärt, dass ich einen ND Filter brauche um so einen tollen Fließeffekt in die Fälle zu kriegen. Ähm, ja nee, is klar ? Er hat die Ausrüstung für 8000 Euro, aber erzählt mir, ich brauch nen ND Filter? Bei diesem Mistwetter ? Im Wald? Er zeigt mir ein Bild, um zu verdeutlichen was er meint. Ja, ich weiß was er meint, aber soll mich doch einfach kurz mein Foto machen lassen. Ich bin schon nass genug und außerdem will ich von diesem Vorsprung runter. Endlich geht er, und drei Minuten später bin ich auch wieder oben. Wir beschließen wieder zum Auto zu gehen. Wir sind beide recht durchnässt.

Der Weg zurück ist nicht minder spektakulär und wir lassen uns Zeit. Am Parkplatz regnet es zum Glück nicht mehr und ich kann endlich meinen kleinen Gaskocher auspacken und uns Kaffee machen. Der heiße Kaffee tut uns gut und wärmt auf. Wir haben ja noch das Stück Käsekuchen von der Cheesecake Factory, na wenn das nicht passend zur Kaffeepause kommt. In der freien Natur schmeckt das sowieso nochmal viel besser. Wir packen zusammen und fahren zurück nach Port Angeles. Wir haben das Super 8 vorgebucht. Das Hotel hat keinen Fahrstuhl und wir sind ganz froh, dass wir ein Zimmer direkt im Gang hinter der Rezeption im Erdgeschoss bekommen. Spartanisch ist das Zimmer ja schon eingerichtet, typisch Super 8 halt, drei Sterne sehen für mich anders aus.

Egal, mir ist kalt, ich will heiß duschen und mich ins Bett pflanzen. Wir schauen noch ein bisschen fernsehen, bis wir wieder Hunger bekommen. Viel wollen wir nicht mehr, daher gehts nur kurz zu Jack in the Box um die Ecke. Dort ist nichts los und unsere Burger werden frisch gemacht. Sehr sehr lecker! Nach dem Reinfall in L.A. hatte Jack ja wieder Einiges gut zu machen um in unserer Top 10 Burgerliebe-Kette zu bleiben. Das wars auch schon von diesem Tag. Bis auf eine unnötig lange Autofahrt und einer tollen Wanderung ist nichts passiert. Aber, reicht das nicht auch?

Übersicht Roadtrip - Nordwest bis Südwest

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Beginnend in New York, der Stadt die niemals schläft, geht es die Küste nach Norden, vorbei an schroffen Felsen, alten Häfen und natürlich vielen Leuchttürmen. Sportlich wird es im Fenway Park, dem ältesten Baseball Stadions der USA.

 

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