USA Roadtrip – Nordwest bis Südwest – Tag 3 – Seattle

3. Tag - Seattle Sightseeing

Roadtrip – NORDWEST NACH SÜDWEST

Gut gelaunt starten wir an diesem Morgen in den Tag. Natürlich nicht ohne uns wieder wieder mit den leckeren Waffeln des Frühstücks Buffets zu stärken. Heute möchten wir Seattle genauer unter die Lupe nehmen. Einen Plan haben wir nicht, so beschließen wir spontan ins Stadtzentrum zu fahren. Parken ist in Seattle wie in jeder Großstadt oft teuer, deswegen haben uns wir uns vorher schon über ParkWhiz einen günstigen Parkplatz reserviert. Dieser befindet sich in einem großen Parkhaus am Convention Center und kostet uns $15 für den ganzen Tag. Da kann man nicht meckern. Da wir noch einen Gutschein haben, zahlen wir nur $5.

Die Fahrt ins Stadtzentrum geht über die Interstate sehr schnell, wir können ja zum Glück die Car Pool Lane nutzen. An der Schranke des Parkhauses dürfen wir direkt den QR Code vom Smartphone scannen und die Schranke öffnet sich. Das ist ja einfach, Technik die begeistert. Im Parkhaus gehts  von Etage zu Etage, es ist einfach so riesig und vor allem dunkel. Aber irgendwann finden wir endlich ein Plätzchen für Jeremiah, so haben wir unser Auto getauft. Mit dem Fahrstuhl gehts nach unten, und wir stehen mitten in Seattle. Am frühen Vormittag ist noch nichts los auf den Straßen. Ich finde Städte haben dann immer eine ganz andere Atmosphäre.

Ich merke, dass ich wohl doch etwas zu frisch angezogen bin. Wenn das kein Argument ist, den großen American Eagle Store gegenüber zu besuchen. Leider ist dieser noch geschlossen, aber die fünf Minuten kriegen wir auch noch rum, nämlich bei Starbucks neben an. Ein Kaffee wärmt schließlich auch schon etwas. Als der Laden aufmacht sind wir die einzigen Kunden und stürzen uns gleich mal in die Clearance Ecke. Bei 80 % und mehr sagen wir natürlich nicht nein. Und so wandert etwas mehr in unsere Einkaufstasche, als nur eine Strickjacke. Das fängt ja schon mal gut an. Wir schlendern gemütlich die Pike Street hinab. Als wir am berühmten Markt „Pike Place Market“ ankommen, trauen wir unseren Augen nicht.

Schon um diese Zeit ist es hier komplett überlaufen. Einheimische sind hier wenige unterwegs, der Markt und dessen Umgebung hat sich zum Touristen Hotspot verwandelt. Wir gehen hinein und schon nach ein paar Ständen ist es Nathalie zu viel. Sie entschließt sich draußen zu warten. Ich möchte nur ein paar Fotos und Videos machen und drängle mich einmal von vorne bis hinten durch die Massen. Spaß macht das hier nicht. Gegenüber, im ersten Starbucks der Welt ist ebenfalls Hochbetrieb. Vor allem die Besucher aus Asien reihen sich in langen Schlangen ein, um dort etwas zu kaufen.

Ich selbst habe von dort eine tolle Tasse und hätte gern geschaut, ob es noch eine gibt, aber solche Szenarien schrecken mich immer ab. Für keine Tasse der Welt, würde ich eine Stunde meines geliebten Urlaubstags mit Warten verschwenden. Gleich neben an gibts die berühmte russische Bäckerei „Piroshky Piroshky“. Nathalie ist ja in Sankt Petersburg geboren und hatte seit Ewigkeiten keine Piroshky mehr. Somit stellen wir uns an, denn diese Schlange ist bei weitem nicht so lange.

Es geht ganz schnell und wir entscheiden uns für Piroshky mit scharfer Wurst und Käse, einen mit Hackfleisch und einen süßen Piroshky als Nachtisch. Hunger haben wir noch keinen, daher wandert die Tüte mit den heißen Leckerbissen in meinen Rucksack. Gegenüber befindet sich der Victor Steinbrueck Park, von diesem man einen schönen Blick aufs Wasser hat. Auch ein Totem befindet sich dort. Zudem lungern in diesem Park aber viele Alkoholiker, Drogensüchtige und Obdachlose herum.

Zum Wohlfühlen und Bleiben lädt dieser Ort also nicht gerade ein. Irgendwo habe ich mal von einer berühmten „Gum Wall“ gelesen, welche sich in Seattle befinden soll. Das sah auf den Bildern schon etwas eklig aus. Ich schlage Nathalie vor, diese Gum Wall mal zu suchen, sie soll sich gleich in der Nähe des Pike Place Markets befinden. Wir mussten nicht lange suchen, denn ein Kiosk, bei dem es vor allem diverse Kaugummis zu kaufen gibt, liefert den ersten Hinweis auf die Gum Wall. Wir folgen einer schmalen Gasse nach unten und stehen auch schon direkt davor. Die berühmte Gum Wall. Mich überkommt ein Gefühl von Ekel und Faszination zugleich.

Tausende gekaute Kaugummis in allen Farben sind hier an die Wand geklebt. Einige haben noch Visitenkarten oder Zettel dazu geklebt. Andere fertigten sogar diverse Muster mit ihren Kaugummis an. Man könnte Sagen, es ist eine Installation, wie die der Liebesschlösser, nur eben mit Kaugummis. Wir beschießen der Gasse weiter zu folgen, um zu sehen, wo wir hinkommen. Vorbei an der Pike Brewing Company gehen wir Richtung Wasser.

Eine kleine Treppe führt hinunter zum Waterfront Park. Bevor wir dort hinkommen, müssen wir erst mal unter der Stadtautobahn hindurch. Was für ein Verkehrslärm. Der Waterfront Park ist schön angelegt, der Bodenbelag ist komplett aus Holzplanken. Weniger schön ist das Bild der Besucher. Anstatt glücklich picknickende Familien, lungern hier wieder Seattles Drogensüchtige und Obdachlose an jeder Ecke und versuchen sich gerade ihr Mittagessen aus diversen Mülleimern zusammen zu suchen. Jetzt stellt sich aber noch eine sehr wichtige Frage: wo befindet sich hier die nächste öffentliche Toilette? Wir versuchen es mal im Seattle Aquarium, da können wir ja auch gleich die Preise checken, um einen eventuellen Besuch abwägen zu können. $30 kostet der Eintritt ins Aquarium, und auch zugleich in die Toilette, denn diese befindet sich hinter Eingangshalle. Die Toiletten-Situation wird mit der Zeit etwas unentspannt.

Die letzte Chance sehe ich im Gebäude neben dem Riesenrad. Das Innenleben wirkt gerade zu grotesk, dort befindet sich ein alter Jahrmarkt, inkl. Schießbuden und Karusell. Aber egal, denn ich erblicke die Restroom Schilder und wir sind erst mal glücklich. Vor dem Gebäude gibts nochmal einen Blick auf die Seattle Skyline inklusive lauter Interstate, die mir selbst im Waterfront Park extrem negativ auffällt. Dennoch nutzen wir die Picknickbänke um unsere Piroshky Tüte auszupacken. Besonders wohl fühlen wir uns nicht, Marihuana Wolken ziehen zu uns von einem Mann, der es sich auf Pappkartons hier gemütlich gemacht hat, herüber. Mein Wurst Piroshky schmeckt mir sehr gut, Nathalie ist weit aus kritischer und befindet den anderen für unterdurchschnittlich.

Frisch gestärkt laufen wir weiter am Wasser entlang Richtung Seahawks Stadion. Viel gibt es entlang der Strecke nicht zu sehen, ein paar Touristenläden mit T-Shirts und Andenken, aber das wars auch schon. So beschließen wir wieder Richtung Stadt zu laufen. Über eine Treppe kommen wir auf eine Brücke, die uns auf den Marion Street Ferry Walkway bringt. Eine Fußgängerbrücke, die ein bisschen erhöht über der Stadt entlang führt. Die Gebäude neben uns sind typisch für Seattle im Industrie Stil, aber beherben fancy Läden, wie zum Beispiel Top Pot Doughnuts oder einen stilistisch passend designten Barbier. Mir gefällt diese Architektur sehr gut, ein Grund warum ich Seattle toll finde. Am Ende des Walkways gibts einen Starbucks, dort kehren wir kurz ein, um nach einer Seattle Tasse zu suchen. Leider haben sie die neuen Tassen aus der been there Serie noch nicht, aber dennoch wandert ein schöner Keramik Tumbler in die Einkaufstüte.

Einen Block weiter befindet sich schon der Pioneer Square mit dem Pioneer Building. Einer der wohl historisch trächtigsten Stadtteile in Seattle. Hier begann die Stadt während des Gold Rush aufzublühen und zu wachsen. Diverse Mining Companies hatten im Pioneer Building ihren Sitz. Die frühen Gebäude hier waren größtenteils aus Holz, und fast alle brannten im Great Seattle-Fire von 1889 nieder. Bis Ende 1890 wurden alle Häuser wieder aus Ziegel neu errichtet, und verleihen bis heute dem Viertel diesen architektonischen Charakter der Richardsonian Romanesque (Stil der Neuromanik).

In den 60er Jahren reihten sich hier Bordelle an Drogenhäuser und Pfandleiher, das Viertel war berüchtigt für derartige Einrichtungen. Den Flair von Drogen kann man heute wieder spüren, denn es gibt, wie bereits in den anderen Parks, augenscheinlich obdachlose Menschen, die ohne Charme Drogen auf offener Straße konsumieren. Da sie die ganzen Bänke, im sowieso kleinen Park blockieren, haben wir auch nicht so große Lust hier lange zu bleiben. Ich mache ein paar Fotos von den wirklich tollen Gebäuden und hole mir beim nächsten Starbucks die lange gesuchte Tasse der been there series.

Es fängt leicht an zu nieseln, daher beschließen wir wieder Richtung Parkhaus zu schlendern. Unser Weg führt uns zwischen Wolkenkratzern, die sich imposant in den Himmel strecken, durch Downtown. An jeder Ampel, an der wir stehen bleiben, werden wir von Menschen zwecks etwas Kleingeld angesprochen. Es vergeht kein Ampelstopp an dem es nicht passiert. Sie sind sehr aufdringlich und wir müssen  uns manch Beleidigung gefallen lassen, wenn wir höflich ablehnen, oder irgendwann die Menschen leider ignorieren müssen. Während meines früheren Besuchs in Seattle ist mir das nicht aufgefallen, also frage ich mich, was passiert sein könnte. Wieder angekommen in der Nähe unseres Parkhauses statten wir dem großen Nike Store noch einen Besuch hab. Es gibt eine tolle Auswahl an Schuhen, aber natürlich nicht zu Sonderpreisen. Die Nike Stores sind aber allein von der Auswahl und dem Retail Design sowieso einen Besuch wert, auch wenn man nichts kauft. Ich hatte morgens bereits eine Cheescake Factory erspäht.

Zum Abendessen ist es noch zu früh, aber ich finde, wir sollten uns ein schönes Stück Käsekuchen zum Mitnehmen gönnen. Die Auswahl fällt da ganz schön schwer, bei so vielen Leckereien. Wir entscheiden uns für Salted Caramel. An die Portionsgrößen in den USA sind wir ja schon gewohnt, daher teilen wir uns beide das Stück. Futterneid muss keiner bekommen, für den Preis bekommt man wirklich genügend Kuchen. Stolz mit der Cheesecake Factory Tüte in der Hand, stolzieren wir zurück zum Auto. Wir haben erst Nachmittag, aber der Jetlag kombiniert mit der Stadttour erfordert einen Energy Drink. NächsterStopp: Kerry Park, natürlich ein muss für jeden Seattle Besuch.

Dank Google Maps werden wir zielsicher durch die Straßen geleitet. Dort oben muss man etwas mehr im Monat verdienen, die Häuser sind wahre Prachtbauten, natürlich mit einem tollen Blick auf die Stadt. Es ist auch verdammt hüglig, fast schon wie in San Francisco. Mit dem Auto natürlich alles kein Problem. Direkt am View Point des Kerry Parks bekommen wir locker einen Parkplatz an der Straße. Es sind nur ein paar Besucher hier, so können wir in Ruhe den Ausblick über die Stadt genießen. Der Mount Rainier versteckt sich leider, die Weitsicht ist heute nicht so gut.

Nach einer Weile wird es uns trotz des Panoramas langweilig. Die Space Needle und das polarisierende Gehry „Meisterwerk“ warten schließlich noch auf unseren Besuch. Aber da haben wir die Rechnung ohne den Feierabendverkehr gemacht. Zähflüssig geht es im Stop and Go voran. Als wir endlich ankommen gibt es in keiner Nebenstraße einen günstigen Parkplatz. Das Parken zentral vor der Needle ist viel zu überteuert, als dass es sich für einen kurzen Stopp lohnen würde. Alles Festpreise. Wir wägen kurz ab und kommen zum Entschluss, dass wir weder das Museum of Pop Culture, noch die Space Needle mit dem Glass Museum besuchen möchten. Na dann, ab zurück zum Hotel, dies sollte mit dem Feierabendverkehr lang genug dauern.

Ganz so schlimm ist es dann doch nicht, als wir endlich auf der Interstate sind. Irgendwo findet sich immer eine Lücke, oder wir benutzen gleich wieder die Car Pool Lane. Im Best Western akklimatisieren wir uns etwas auf dem Zimmer, aber der Hunger treibt uns dann doch wieder hinaus. Wir sind ein paar mal an der Alderwood Mall vorbeigefahren, die sah von außen schon recht einladend aus. Es ist noch genügend Zeit bei der Food Court vorbeizuschauen und im Zuge dessen noch ein paar Geschäfte unsicher zu machen. In der Nähe der Mall gibts auch einen Target, den stürmen wir kurz noch um unseren Getränkevorrat aufzufüllen.

Bei diesem Angebot konnten wir nicht widerstehen, vier Packungen Softdrink Dosen für $10. Dann noch Waschmittel, für welches wir noch eine $5 Geschenkkarte erhalten. Die Target App macht möglich. Eine halbe Stunde später sind wir aber dann auf dem Parkplatz der Alderwood Mall und gleich beim Betreten des Einkaufszentrums erspähen wir einen Victoria Secrets und einen Bath & Body Works Laden. Na, da beeilen wir uns aber mit dem Essen. Nach ein paar Richtungswechsel finden wir auch die Food Court. Ich entscheide mich für ein Philly Cheese Steak Sandwich, Nathalie nimmt eine Bowl mit Teriyaki Chicken & Shrimp. Das schmeckt beides sehr lecker. Bath & Body Works hat auf uns gewartet und wir probieren diverse wohl duftende Kosmetikprodukte aus.

Kaufen könnten wir hier vieles, aber wir warten lieber bis wir in Oregon sind, denn dort gibts keine Tax auf die Produkte. Um kurz nach 10 sind wir wieder im Hotel und springen noch in unsere Badesachen. Der Pool wartet. Der große Pool ist zwar für die Temperaturen zu kalt, aber der Whirlpool gehört uns. Das tut gut, denn heute sind wir sicher den ein oder anderen Kilometer mehr gelaufen. Eine kurze Dusche hinterher, und es dauert keine fünf Minuten bis wir ins Land der Träume eintauchen.

Übersicht Roadtrip - Nordwest bis Südwest

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