5. Tag - Olympic NP - Forks & Strände

Roadtrip – NORDWEST NACH SÜDWEST

Der Frühstücksraum ist klein, aber man bekommt hier das Nötigste. Die Waffeln zum selber backen sind ganz in Ordnung, aber jetzt nicht unbedingt super. Motel Frühstück eben. Neben uns sitzen zwei deutsche Pärchen, die sich darüber aufregen, dass ich mir noch einen Becher hole, anstatt den alten zu benutzen. Wir verdrehen die Augen. Typisch Amerikaner sagen sie. Nachdem Frühstück packen wir auch gleich zusammen, was natürlich nicht lange dauert, wir haben ja fast nichts ausgepackt in diesem kleinen Zimmer. Das Gepäck wird im Auto verstaut und daraufhin verlassen wir auch Port Angeles.

An einem schönen View Point am Lake Crescent machen wir eine kleine Pause und genießen die Ruhe und Aussicht. Ich krame meinen, vorher genommenen, zweiten Kaffeebecher hervor und trink erstmal in Ruhe am Flussufer meinen Kaffee. Danach tuckern wir gemütlich weiter nach Forks, in die Stadt der Vampire. Ich denke wir sind Teil der letzten Twilight Fans, die diese Stadt noch besucht. Der Hype ist schon lange vorbei, aber die Stadt profitiert immer noch davon. Überall trifft man auf die Twilight Saga, sei es an Hotel Reklametafeln oder ganz hübsch, vorm Visitor Center der Stadt. Denn da steht einmal Bella Swans Truck aus dem Buch und der aus dem Film. Wir lichten uns vorm Ortseingangsschild ab und begutachten die Autos. Leider hat das Visitor Center geschlossen und macht erst in einer Stunde auf.

So lange wollen wir nicht warten und studieren die Karte vom Olympic Nationalpark. Gegenüber der Straße findet gerade ein Viertelmeilen-Rennen statt. Mit brüllenden Motoren schießen die verschiedensten Autos nur so über die Straße. Aber wir wollen ja ans Meer. Rialto Beach, ja, da hatten wir schon schöne Bilder gesehen, das hört sich gut an. Wir fahren also etwas nach Westen durch wunderschönen Wald und sind auch nach zwanzig Minuten schon am Parkplatz des Rialto Beachs. Dort gibt es jede Menge Picknicktische und auch Toiletten. Super, dann können wir ja nachher direkt hier Mittagessen.

Vor lauter Vorfreude lese ich natürlich keine Karte und stürme den Strand. Es ist bedeckt, aber immer wieder blinzelt die Sonne zwischen den Wolken hindurch und färbt das Wasser türkis. Ich erblicke links von uns tolle Felsformationen im Wasser. Der Strand ist aber durch riesige runde Felsbrocken geteilt. Wenn wir also zu der Stelle kommen wollen, müssen wir über diese Steine klettern. Alle anderen gehen nach rechts, wir nach links, den schweren Weg über die Steine. Natürlich ist das nicht der eigentliche Trail, denn wir gehen einfach nur Richtung First Beach, zu James Island und Little James Island.

Was für eine Kletterei, aber irgendwie macht es auch Spaß. Der hintere Strandabschnitt ragt weiter ins Wasser hinein und ist sehr breit. Man kann bis zu zur Little James Island laufen und dort auch umher klettern. Überall gibt es im Gestein jede Menge kleiner Pools mit Krebsen und anderem Meeresgetier. Als wir so am Strand entlang schlendern kommt auf einmal ein sehr süßer Hund vorbei und will mit uns spielen. Die Besitzer machen hier auch Urlaub und erlauben uns mit Scooter zu spielen. Der freut sich und bringt uns immer wieder seine Treibholzwurzel zum Apportieren. So ein hübscher Kerl.

Plötzlich klart der Himmel auf und das Wasser glitzert unbeschreiblich schön. Die Sonne scheint, was haben wir für ein Glück. Gemütlich wandern wir zurück zum Parkplatz, wo ich feststelle, dass wir eigentlich ganz falsch gegangen sind. Die Zipfelmützen und das Loch im Fels befinden sich ja nördlich vom Parkplatz. Egal, das Spielen mit Scooter und die Pools hat alles entschädigt. Wir gehen zum Auto und packen unser Essen für ein kleines Picknick aus. Die große indische Familie neben uns picknicken auch, die haben drei große Kochtöpfe dabei. Und wenn ich groß schreibe, meine ich das auch.

Wir beschließen jetzt den First Beach zu besuchen bei La Push. Dieser Ort liegt im Quileute Reservat, hier dürfen keine Vampire rein. Dies zeigt ein großes Schild auf der Straße. Werwolf Gebiet, verständlich. Am First Beach ist das Wasser noch türkiser als am Rialto Beach. Drei Weißkopfseeadler fliegen hier umher und jagen. Immer wieder landen sie auf dem Treibholz. Ein wunderschönes Treiben und wir schauen ihnen zu. Allein ihre Laute machen mir Gänsehaut, so schön. Ein Stück weiter ist der Parkplatz für den Trailhead zum Second Beach.

Der Tag ist noch jung, daher wollen wir uns diesen auch noch ansehen. Aber um diesen zu erreichen geht es erstmal durch den Wald. Ein wunderschöner Trail, die Sonne blinzelt immer durch und es ist angenehm warm. Der Abstieg zum Strand besteht aus, in die Erde geschlagenen, Stufen. Ein keuchendes Pärchen kommt uns entgegen und mir graut schon die Stufen später wieder erklimmen zu müssen. Hört das denn mal auf? Am Strand angekommen versperren uns Berge von Treibholz den Weg. Dort müssen wir jetzt drüber klettern. Auf dem Treibholzhaufen hat man schon einen wunderbaren Überblick über den Strand.

Dieser gefällt uns noch besser als der Rialto Beach. Ein paar Menschen campen hier, aber man sieht nicht viele Leute. Wir haben den ganzen Strand fast für uns alleine. Wir schlendern nach Süden bis wir keine Lust mehr haben und legen uns auf dem Treibholz in die Sonne. Ja, das ist Urlaub. Wir verbringen den ganzen Nachmittag hier und vergessen die Zeit. Der Aufstieg ist letztendlich dann doch nicht so schlimm, und wir sind schneller wieder am Auto als gedacht.

Wir fahren wieder zurück nach Forks zum Visitor Center. Das hat jetzt schon wieder geschlossen. Oh nein, Nathalie ist traurig, sie wollte sich so gerne ein Souvenir mitnehmen. Schade, aber ein Grund wieder zu kommen. Unser nächster Stopp ist der HOH Rainforest. Es ist schon spät, deswegen beschließen wir nur noch den kurzen Hall of Mosses Trail zu gehen. Dieser ist ja beeindruckend genug. Von Forks zum Trailhead sind es eine gute dreiviertel Stunde Fahrt. Ein paar Autos befinden sich hier noch am Parkplatz. Das Visitor Center hat schon geschlossen, aber die Toiletten sind zum Glück geöffnet. Hier treffen wir auch wieder die meckernden Touristen vom Frühstück die uns mürrisch entgegen stapfen. Eventuell gefällt es denen hier nicht? Kann ja sein, oder? Wir grüßen freundlich, aber zurück kommt nichts. Es geht um die Kurve und wir erschrecken für einen kurzen Moment.

Im Dickicht versteckt sich etwas. Ein Bär? Nein, jetzt hebt das Tier seinen Kopf und ein riesiges Reh steht vor uns und frisst aber unbeirrt weiter. Die sind sicher die Touristen auf dem Trail schon gewohnt. Der Weg windet sich wunderschön im bemoosten Wald, aber das Highlight ist einfach die Hall of Mosses. Wahnsinn. Bäume über und über mit sattem Moos bedeckt ranken in die Höhe. Wir machen aus allen Blickwinkeln Fotos und bestaunen das Naturschauspiel.

Der Trail ist ein Rundweg, und auf diesem treffen wir nochmal ein Reh, welches direkt am Wegesrand äst. Auch dieses lässt sich überhaupt nicht beirren. Jetzt geht aber die Sonne unter und wir müssen noch über zwei Stunden nach Süden fahren. Unsere Übernachtungsort ist heute Ocean Shores, ein Städtchen auf einer Landzunge. Die Fahrt auf dem 101 ist einschläfernd nach dem anstrengend Tag. Wir fahren am Ruby Beach vorbei und lassen kurz dahinter unser Auto in einem Turnout stehen.

Die Sonne berührt gerade den Horizont. Der Wind weht kühl, aber ich spüre noch die Restwärme der Sonnenstrahlen, bevor sie im Pazifik unter geht. Irgendwann ist es stockdunkel und Nathalie inzwischen neben mir eingeschlafen. Ich zweifle auf den letzten Kilometern kurz am Navigationssystem, da dies mich von der 101 ableitet und über eine sehr enge, kurvenreiche Straße nach Westen führt. Nathalie wacht irgendwann mit den Worten „Wo sind wir?“ auf, man kann wirklich gar nichts sehen. Um kurz vor 22 Uhr erreichen wir endlich Ocean Shores. Uns knurrt beiden der Magen und wir übersehen, dass es für den Notfall einen McDonalds geben würde. Wir finden eine Pizzeria, die uns noch eine große Peperoni Pizza heiß aus dem Ofen zaubert.

Über Hotwire haben wir das Quinault Resort geschossen. Die Dame an der Rezeption ist so freundlich und in Plauderlaune, dass unsere Pizza nur noch lauwarm ist, als wir das riesige Zimmer betreten. Die lassen wir uns aber trotzdem schmecken und trinken noch ein Feierabend Coors dazu. Danach schauen wir noch etwas Fernsehen, natürlich den Food Channel, und segeln dann ruhig ins Reich der Träume.

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Übersicht Roadtrip - Nordwest bis Südwest

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